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Aus der Stadt Liebesspiel bei den Nashörnern
Hannover Aus der Stadt Liebesspiel bei den Nashörnern
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21:04 01.06.2012
Von Veronika Thomas
Foto: Der 20-jährige Nashornbulle versteckt in seinem Stall vor Nashornweibchen Sany.
Der 20-jährige Nashornbulle versteckt in seinem Stall vor Nashornweibchen Sany. Quelle: Wilde
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Hannover

Madiba traut sich nicht. Der 20-jährige Nashornbulle aus dem Magdeburger Zoo, der in Hannover für Nachwuchs sorgen soll, steckte gestern nur mal kurz seine spitze Nase aus dem Stall. Das war’s. Da konnte Nashornweibchen Sany (23) noch so ungeduldig von einem Bein aufs andere treten, die Stalltür fest im Blick, aus dem Rendezvous wurde nichts. Dabei war die erste Begegnung der beiden Schwergewichte am Donnerstag deutlich vielversprechender verlaufen. Wie unter Nashörnern üblich, hatten sich beide kräftig was auf die Nase gegeben. Für Fachleute ein sicheres Zeichen für den Auftakt zum Liebesspiel.

Seit vier Wochen lebt der Spitznashornbulle jetzt im hannoverschen Zoo, dessen Leitung sich durch die Leihgabe aus Magdeburg den ersehnten Nachwuchs bei den vom Aussterben bedrohten Tieren erhofft. Nur etwa 4300 Spitzmaulnashörner leben noch in freier Wildbahn in Afrika. Trotz jahrelanger Bemühungen war das Liebesleben des hannoverschen Bullen Kifaru mit den beiden Kühen Sany und Saba folgenlos geblieben. Das letzte Nashorn, Samira, Tochter von Sany und Kifaru, war 2001 in Hannover geboren worden.

Spitzmaulnashornbulle Madiba ist zu einer Dienstreise im Zoo Hannover eingetroffen. Der Auftrag des 20-jährigen Besuchers aus Magdeburg: Er soll mit den Kühen Saba und Sany Nachwuchs zeugen.

Ganz anders hingegen Madiba. Der temperamentvolle Bulle ist Vater von drei Jungtieren, Baby Nummer vier wird im Sommer erwartet. „Madiba und Sany befinden sich in der Kennlernphase“, konstatiert der hannoversche Zoologe und Kurator Klaus Müller-Schilling. Obgleich Nashörner Einzelgänger sind, die nur zur Paarungszeit zusammenkommen, sollte es in diesen Tagen zwischen den beiden klappen. Nashornkuh Sany hat eine Hormonbehandlung hinter sich, noch bis Mitte nächster Woche soll sie empfängnisbereit sein. „Vielleicht braucht Madiba noch ein, zwei Tage, ehe es richtig losgeht“, meint Müller-Schilling.

Der 20-jährige Nashornbulle aus dem Magdeburger Zoo, der in Hannover für Nachwuchs sorgen soll, steckte gestern nur mal kurz seine spitze Nase aus dem Stall. Das war’s.

Die Tierpfleger jedenfalls sind gewappnet. Sie stehen mit Wasserschläuchen am Gehege bereit, um dazwischengehen zu können, falls die amourösen Nasenstüber zwischen den beiden allzu heftig ausfallen sollten. Tierpfleger Heinrich Grütter ist zuversichtlich: „Das wird schon klappen. Das ist nur eine Frage der Zeit.“

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