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Aus der Stadt Lieferanten behindern Fußgänger
Hannover Aus der Stadt Lieferanten behindern Fußgänger
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18:56 26.01.2009
Lieferwagen behindern tagsüber immer öfter die Kunden in der Fußgängerzone. Quelle: Michael Thomas
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Noch bis 13 Uhr und 14 Uhr schlängeln sich Lieferwagen von UPS und DHL zwischen Passanten beispielsweise durch die Bahnhofstraße hindurch. „Die Stadt muss ihre selbst aufgestellten Regeln durchsetzen“, sagt Dirk Aigner, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft. Fußgänger dürfen nicht durch irgendwelche Lieferwagen behindert werden. Wenn kleine Bußgelder nicht mehr zur Abschreckung ausreichen, müsse die Stadt über andere rechtliche Maßnahmen nachdenken, so Aigner

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Im Bezirksrat-Mitte stellte die SPD in der vergangenen Woche den Antrag, dass die Stadt die Lieferanten verstärkt kontrollieren soll. „Es gibt Unternehmen, die offenbar Strafen inkauf nehmen“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Detlef Gerberding. „Die reagieren nur, wenn die Strafen richtig wehtun.“

Im Antrag wird auch gefordert, dass die City-Gemeinschaft und der Einzelhandelsverband verstärkt auf Händler und deren Lieferanten einwirken soll, sich an die Lieferzeiten zu halten. Das haben die Einzelhandelsverbände schon vor einem Jahr versucht. Sie schrieben die Händler in der Innenstadt an und forderten bis spätestens 11 Uhr alle Lieferungen anzunehmen. 

„Natürlich ist es notwendig, dass alle Händler ihre Waren bekommen, aber die Fußgänger müssen sich sicher in der Innenstadt bewegen können“, sagt Ullrich Thiemann, Geschäftsführer des Einzelhandelverbandes. Die Polizei und das Ordnungsamt haben nach der gemeinschaftlichen Aktion der Innenstadtverbände vermehrt Paketlieferanten kontrolliert und Bußgelder verteilt. „Doch offenbar haben die Kontrollen nicht die gehoffte Nachhaltigkeit bewirkt“, sagt Thiemann

Bei der Stadt ist die Abteilung Servicegruppe Innenstadt und der Verkehrsaußendienst für die Überprüfung der Lieferantenregelung zuständig. „Dort wird ständig kontrolliert, ob sich die Lieferanten an die Zeiten halten“, sagt Stadtsprecher Klaus Helmer. Eine Zunahme von Verstößen habe die Stadt bisher nicht registriert. 

Der UPS-Pressesprecher Georg Leusch sagte gestern, dass die späten Anlieferungen Ausnahmeerscheinungen seien. „Natürlich versuchen wir die Lieferzeiten einzuhalten, aber die Zyklen von der Bestellung zum Verkauf werden immer kleiner“. Viele Unternehmen verkleinern ihre Läger, gleichzeitig möchte der Kunde das bestellte Buch schon am nächsten Tag in der Hand halten. „Das Zeitfenster ist minimal – und wir können auch nicht einfach mit mehr Lieferwagen in die Innenstadt kommen“, sagt Lesuch. Eine Ausnahmeregelung wurde von der Stadt abgelehnt. Es sei auch nicht so, dass die Strafen nichts bewirkten. „Wenn wir einen Strafzettel für eine Lieferung bekommen, haben wir den Transport umsonst übernommen – das widerspricht unseren Unternehmensgrundsätzen“, sagt Leusch.