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Aus der Stadt Liegen hier noch mehr gefährliche Hundeköder?
Hannover Aus der Stadt Liegen hier noch mehr gefährliche Hundeköder?
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00:19 10.01.2015
Die Stadt wird noch die ganze Woche über in der Südstadt nach den gefährlichen Hundeködern suchen.
Die Stadt wird noch die ganze Woche über in der Südstadt nach den gefährlichen Hundeködern suchen. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

Mit Schaufel und Rechen laufen die Stadtmitarbeiter die Grünflächen ab, werfen in jedes Gebüsch einen Blick und kontrollieren am Ende auch noch den Kinderspielplatz. Sie suchen am Bertha-von-Suttner-Platz in der Südstadt nach den Resten der gefährlichen Hundeköder, die am Tag zuvor vier Tiere verletzt hatten. „Auch den Rest der Woche werden wir dort jeden Morgen nach dem Rechten sehen“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix.

Am Montagmorgen hatten zwei Spaziergängerinnen hier Wurststücke entdeckt, die Unbekannte mit Nägeln und Schrauben präpariert hatten. Als die Polizei kurz darauf das Areal absuchte, fanden die Beamten rund 120 dieser gefährlichen Hundeköder sowie mehrere Brötchen, die die Täter mit Rattengift behandelt hatten. Bisher wurden dadurch vier Hunde verletzt, die die Lockmittel fraßen. Die Behörde ermittelt seitdem wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie Sachbeschädigung und bittet Anwohner, die in der Nacht zu Montag etwas auffälliges beobachtet haben, sich mit dem Polizeikommissariat in Verbindung zu setzen.

Peta lobt Belohnung von 500 Euro aus

Einen Hinweis auf den oder die Hundehasser gibt es bisher nicht. Obwohl die Tierschutzorganisation Peta eine Belohnung von 500 Euro ausgelobt hat, sind bei der Polizei bisher keine verwertbaren Hinweise eingegangen. „Auch unter unserer Telefonnummer hat sich bisher nur eine Dame gemeldet“, sagt Judith Pein von Peta. Diese habe aber nicht über verdächtige Beobachtung vom Bertha-von-Suttner-Platz berichtet. „Sie erklärte uns vielmehr, dass es nicht verwunderlich sei, das so etwas passiere, wenn an dem Platz überall Hundehaufen liegen“, sagt Pein.

Tatsächlich fallen nach Informationen des Zweckverbandes Aha jeden Tag 7,5 Tonnen Hundekot in der Landeshauptstadt an. „Vieles davon entsorgen die Tierbesitzer selbst“, sagt Aha-Sprecherin Helene Herich. „Einen großen Teil räumen aber auch unsere Mitarbeiter weg.“

Tatsächlich sind die Hinterlassenschaften von Hunden rund um die beiden Spielplätze am westlichen und östlichen Rand des Platzes in der Südstadt keine Seltenheit. „Erst vor ein paar Wochen haben wir deshalb einen neuen Hundekot-Tütenspender aufstellen lassen“, sagt Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne. Zuvor hätte es aber auch keine Schwierigkeiten dort gegeben. Das bestätigt auch Stadtsprecher Dennis Dix: „Für den Bereich gehen bei uns nicht übermäßig viele Beschwerden ein“, sagt er.

Die Aha-Mitarbeiter beobachten nach Informationen von Sprecherin Helene Herich jedoch immer wieder, dass viele Hunde ihr Geschäft bevorzugt auf Grünflächen oder in Gebüschen verrichten. Der Bertha-von-Suttner-Platz sei damit bei den Tieren sicher beliebter als die Straßenzüge in der Südstadt. „Die Hundehalter, die in diesem Gebiet wohnen, haben aber auch immer die Möglichkeit auf die Freilaufflächen auf der Alten Bult auszuweichen“, sagt Herich.

„Da dürfen wir aber leider mit unseren Hunden nicht immer hin“, sagt Berthold Bürger. Zur Brut- und Setzzeit müsse er mit seinem Mischling Dino stattdessen auf dem Bertha-von-Suttner-Platz seine Runden gehen. „Aber natürlich habe ich immer eine Tüte dabei, um Dinos Hinterlassenschaften aufzusammeln“, sagt der 53-jährige Hundebesitzer.

Selbst wenn er das nicht täte, sei das kein Grund, hinterhältige Hundeköder auszulegen. „Es gibt Studien darüber, dass Menschen, die so etwas machen, meist psychisch gestört sind. Sie wollen Hund und Halter damit verletzten“, erklärt Judith Pein von Peta. Um diese Hundehasser zu stoppen, fordert die Tierschutzorganisation ein zentrales Melderegister für Anschläge auf Hunde. „So könnten Informationen gesammelt werden, mit denen die Polizei den Tätern schneller auf die Spur kommt“, sagt Pein. Bisher sei die Aufklärungsquote bei Vergehen wie dem Auslegen von Giftködern sehr niedrig. „Das liegt daran, dass die Täter meist in der Nacht agieren und niemand etwas beobachtet“, sagt Pein. So wie am Bertha-von-Suttner-Platz.

Bernd Haase 07.01.2015
07.01.2015
07.01.2015