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Aus der Stadt Lindener grillen am saubersten
Hannover Aus der Stadt Lindener grillen am saubersten
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17:35 13.06.2009
Von Gunnar Menkens
Die Lindener grillen in Hannover am saubersten. Quelle: Kris Finn

Wenn alles Private politisch ist, wie es in den sechziger Jahren die Frauenbewegung behauptete, kann es nicht unpolitisch sein, im öffentlichen Raum Bratwürste über Feuer zu legen. Erst recht gilt dies, seit die Stadt verboten hat, im grünen Maschpark hinterm Rathaus Fleisch zu erhitzen, und Parkranger einsetzt, dies zu kontrollieren. Nur logisch, dass das Thema jetzt den Rat erreichte. Dort stellte Umweltdezernent Hans Mönninghoff fest: Lindener grillen besser! Natürlich sagte er das nicht wörtlich, um keine Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen, und keine Studie belegt ja die subjektive Einschätzung, dass es in der Hochburg der Grünen sauberer zugeht als etwa in Kirchrode.

Was er aber sagte war: In Lindener Stadtteilparks bleibt weniger Müll zurück als andernorts, weil Lindener Familien Grillmüll offenbar eher mit nach Hause tragen. Lautes Gegrummel daraufhin in den Reihen der Union: Ob Mönninghoff, Mitglied der Grünen, etwa meinte, Christdemokraten und deren Wähler könnten im eigenen Garten nicht ordnungsgemäß aufräumen? Die CDU hatte im Rat freiwillig die Rolle des Saubermanns übernommen und die Verwaltung gefragt, was die Stadt zu tun gedenke gegen „Vermüllung und Belästigung“ öffentlicher Flächen. Die FDP will sogar Politessen einsetzen, die doch für Thüringer nur zuständig sind, wenn die falsch parken. Schon näher an der Grillpraxis blieb Ingrid Wagemann mit ihrer Ordnungserkenntnis: „Es gibt Müllbehälter, sodass der Müll nicht wieder raus kann.“ Knastmüll sozusagen. Liegt doch mal Abfall daneben, haben ihm vielleicht nicht Menschen zum Ausbruch verholfen, sondern womöglich, vermutete Wagemann, „Tiere“, stöbernd.

Ob es „Grillferkel“ waren? Eine Gattung, die Wilfried Engelke (FDP) als Urheber für oft auf Rasen liegengelassene Dosen, Tuben, Folien und Plastikgeschirr ausmachte. Allerdings meinte der Liberale in Wirklichkeit Menschen, die sich wie Ferkel benehmen. Am Ende blieb die Ratsdebatte ohne neue Erkenntnis: Parkranger gucken weiterhin gelegentlich am Maschpark vorbei. Und Mönninghoff gab der Frauenbewegung recht: „Der Umgang mit Müll ist ein gesellschaftliches Problem.“

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