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Aus der Stadt Linke wollen Hagida-Demo erneut blockieren
Hannover Aus der Stadt Linke wollen Hagida-Demo erneut blockieren
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22:41 01.02.2015
Von Jörn Kießler
„Jeder muss mit“: Zu den ersten beiden Hagida-Demos, hier die zweite vor der Oper, kamen je nur rund 200 Menschen. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Vor der geplanten dritten Hagida-Kundgebung in Hannover laufen die Vorbereitungen bei Islamgegnern und Gegendemonstranten auf vollen Touren. Am Sonntagmittag stellten die „Hannoveraner gegen die Islamisierung des Abendlandes“ eine konkrete Uhrzeit und den genauen Ort für ihren sogenannten Spaziergang auf ihre Facebook-Seite. Unter dem Motto „Jeder muss mit!“ ruft die Gruppe ihre Anhänger dazu auf, sich am Freitag um 19 Uhr auf dem Opernplatz zu versammeln.

Eine offizielle Bestätigung von Behördenseite gibt es dafür jedoch noch nicht. „Die jetzt veröffentlichte Uhrzeit und der Ort entsprechen der Anzeige, die uns vorliegt“, sagt Polizeisprecher Thorsten Schiewe. Gespräche mit dem Anmelder, in dem der genaue Ablauf geklärt und gegebenenfalls bestätigt werden soll, haben jedoch noch nicht stattgefunden. Ob die Kundgebung also wie geplant durchgeführt werden kann, ist noch nicht sicher.

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Großeinsatz der Polizei: Zum zweiten Mal in wenigen Wochen gingen Hagida-Anhänger Ende Januar in Hannover auf die Straße. Ein breites Bündnis protestierte gegen die umstrittene Veranstaltung.

Um das zu verhindern machen währenddessen schon mehrere linke Gruppierungen mobil. Nachdem bekannt wurde, dass Hagida nicht wie bei den ersten beiden Demonstrationen an einem Montag auf die Straße will, sondern stattdessen eine Veranstaltung am Freitag angezeigt hat, meldete die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) bei der Polizei ihre geplanten Gegendemonstrationen für heute wieder ab. Stattdessen luden die Antifaschistische Gruppe Hannover (AGH), Fast Forward Hannover, die Interventionistische Linke Hannover, und die Gruppe LUH_Contra der Leibniz Universität in das Unabhängige Jugendzentrum in der Kornstraße ein. Bei einem offenen Vorbereitungstreffen sollte besprochen werden, wie der Protest gegen Hagida noch effektiver gestaltet werden kann und wie die Gegendemonstranten sich der Polizei gegenüber verhalten sollten. Dass die linken Gruppierungen auch weiterhin versuchen wollen, die Hagida-Demonstrationen zu blockieren, stand dabei außer Frage.

Auch die Initiative „Bunt statt braun“, der unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) angehört, plant erneut eine Gegendemonstration am Freitag. „Wir haben die Bündnispartner zu einem Treffen am Mittwoch eingeladen, um das weitere Vorgehen zu beraten“, sagt Reiner Eifler, Geschäftsführer der DGB-Region Niedersachsen-Mitte.

Schon heute wird in der Marktkirche ab 18 Uhr zum mittlerweile dritten Mal ein multireligiöses Friedensgebet abgehalten. „Damit wollen wir ein Zeichen für ein gerechtes und buntes Zusammenleben der Menschen in Stadt und Region setzen“, sagt Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann.

Bernd Haase 01.02.2015
02.02.2015