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Aus der Stadt Lions-Club grillt Würstchen für einen guten Zweck
Hannover Aus der Stadt Lions-Club grillt Würstchen für einen guten Zweck
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20:06 12.11.2010
Von Daniel Behrendt
Mitglieder des Lions-Clubs Hannover-Calenberg veranstalten am Kröpcke in Hannover eine Bratwurst- und Suppe-Ausschenk-Aktion für die HAZ-Weihnachtshilfe. Mit dabei: Rüdiger Ahlers, Bernd Strauch und Hans-Jürgen Sobiech (v.l.n.r.).
Lions-Club-Mitglieder veranstalten am Kröpcke eine Bratwurst- und Suppe-Ausschenk-Aktion für die HAZ-Weihnachtshilfe. Mit dabei: Rüdiger Ahlers, Bernd Strauch und Hans-Jürgen Sobiech (v.l.n.r.). Quelle: Christian Burkert
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Alle Jahre wieder um diese Zeit tischen die hannoverschen „Löwen“ gemeinsam mit Mitgliedern des befreundeten Lions-Clubs aus Vleuten de Meern bei Utrecht einen Sonnabend lang schmackhafte Schmankerl in Hannovers Stadtmitte auf und sammeln auf diese Weise Geld für die HAZ-Weihnachtshilfe. Seit nunmehr elf Jahren begleitet der Klub mit seinem Freiluftbuffet den Auftakt des größten Hilfsprojekts der Region – und ist damit bemerkenswert erfolgreich. Bislang ist es dem Klubpräsidenten Hans-Jürgen Sobiech, seinem Veranstaltungsmanager Rüdiger Ahlers und einigen Dutzend Mitstreitern stets gelungen, die Vorjahreseinnahmen zu übertreffen. Im vergangenen November bescherten die Tatkraft der Lions und der Appetit auf Erbsensuppe, Bratwurst und hausgemachten Kuchen der Weihnachtshilfe den bisherigen Höchsterlös von 5000 Euro.

Auch an diesem Sonnabend geht es am Kröpcke von 11 Uhr an wieder um die Wurst – und das nicht nur, weil eine möglichst große Menge der Grillspezialität an die Innenstadtbesucher verkauft werden soll, sondern auch, weil die ehrenamtlichen Freiluftgastronomen durchaus sportlichen Ehrgeiz für ihren Aktionstag entwickelt haben: „Na klar wollen wir den Erlös nochmals steigern“, sagt Organisator Rüdiger Ahlers mit angemessenem Selbstbewusstsein. Um dem Verkaufserfolg ein wenig auf die Sprünge zu helfen, steuern die Utrechter Lions-Kollegen eigens einen 50 Kilo schweren Laib gut gereiften Käses aus den Niederlanden bei – und auch Bürgermeister Bernd Strauch schaut ab 11.30 Uhr vorbei, um mit anzupacken.

„Wir sind alle mit Herz und Seele dabei. Für uns ist es ein auf- und anregender Tag und für die Bedürftigen in der Region eine kleine Unterstützung“, sagt Ahlers, der in Laatzen als Zahnarzt praktiziert. Freilich geht es den Klubmitgliedern nicht nur um Spaß und Geselligkeit, sondern vor allem um die Signalwirkung ihrer Aktion. „Er wäre natürlich viel bequemer, einfach im Stillen an die Weihnachtshilfe zu spenden,“, sagt Rüdiger Ahlers. Doch die Tatsache, dass gut zwei Dutzend Ärzte, Anwälte, Architekten und Männer aus ähnlich privilegierten Lebensverhältnissen zugunsten der Ärmsten Suppe verkauften, sei durchaus als politisches Statement zu verstehen: „Wir wollen, dass sich die soziale Schere nicht weiter öffnet“, sagt Ahlers. „Deshalb setzen wir in aller Öffentlichkeit ein Zeichen der Solidarität.“

Das Engagement des gut 30 Mitglieder starken Klubs reicht weit über die Grenzen der Region hinaus. So haben die Hannoveraner in den vergangenen Jahren rund 6000 abgelegte, aber voll funktionstüchtige Brillen für Togo gesammelt. Demnächst schicken die Lions ein sogenanntes Refraktionsgerät zur Messung des Sehvermögens in das bitterarme westafrikanische Land und ein Augenoptiker von den Lions-Kollegen aus Eschweiler will künftig regelmäßig nach Togo fahren, um dort Augenuntersuchungen durchzuführen.

Bei der Realisierung solch ehrgeiziger Vorhaben hilft die enge Vernetzung der einzelnen Ortsverbände. Die Grundidee der 1917 gegründeten, heute rund 1,3 Millionen Mitglieder in 46 000 Klubs umfassenden Organisation ist ebenso einfach wie effektiv: Wenn man über einigen Einfluss verfügt und sich mit anderen einflussreichen Menschen zusammentut, kann man viel bewegen – für sich und die Schwächsten der Gesellschaft.

Obwohl im Lions-Club zweifellos vor allem gehobene Einkommensschichten vertreten sind, will Rüdiger Ahlers keinesfalls den Ruch des Elitären aufkommen lassen: „Wir laden jeden ein, mit anzupacken“, betont er, „egal ob Maurermeister oder Manager.“

Vivien-Marie Drews 12.11.2010
Andreas Schinkel 12.11.2010