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Aus der Stadt Der renovierte Landtag in Hannover ist eröffnet
Hannover Aus der Stadt Der renovierte Landtag in Hannover ist eröffnet
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17:31 27.10.2017
Blick in den renovierten Landtag. Quelle: Rainer Dröse
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Nach einer millionenteuren Runderneuerung ist der Landtag in Hannover wiedereröffnet worden. Rund 700 Gäste nahmen an dem Festakt teil - darunter auch der Bundespräsident.  Frank-Walter Steinmeier lobte die Parlamente als Orte politischer Kultur. Diese Kultur müsse von den Abgeordneten gepflegt werden, sie sei kein einmal erworbener Verdienst, sagte das Staatsoberhaupt. "Demokratie verträgt keine Sprache der Gewalt und der Feindseligkeit, keine Leugnung der Vergangenheit und der Verantwortung, die aus ihr entsteht." 

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In Hannover wurde der renovierte Landtag eröffnet. Die Bilder der Feierlichkeiten.

Parlamentspräsident Bernd Busemann würdigte in seiner Rede den Föderalismus in Deutschland. „Der Vergleich mit vielen anderen Demokratien weltweit zeigt es: Unsere föderal aufgebaute Demokratie hat Deutschland, hat Niedersachsen stabil, stark und wohlhabend gemacht“, sagte Busemann. Das föderale System sei so fein austariert, dass elementare Veränderung nur im Konsens mit großer Kompromissbereitschaft durchgesetzt werden könnten.

Der Landtag in Hannover war über drei Jahre lang für 58,2 Millionen Euro komplett entkernt, saniert und umgebaut worden. Nun haben die Abgeordneten erstmals Tageslicht im Plenarsaal. Das Äußere des Gebäudes durfte aus Denkmalschutzgründen kaum verändert werden. Auch technisch und energetisch ist der Landtag nun auf dem neuesten Stand. Ein mit der Installation der Lüftungsanlage beauftragtes Unternehmen, dem gekündigt wurde, bremste die Bauarbeiten aus. Wegen des juristischen Streits und diverser Auflagen der Denkmalpflege dauerten die Bauarbeiten vier Monate länger als ursprünglich geplant. Das bisherige Ausweichquartier des Landtags neben der Marktkirche in der Altstadt soll künftig weiter für Konferenzen oder Sitzungen genutzt werden.

Der Plenarsaal in dem modernisierten Repräsentationsbau bietet Platz für 160 Abgeordneten-Stühle sowie auf zwei Tribünen Sitzplätze für 260 Besucher und 30 Journalisten. Da der neue Landtag in seiner aktuellen Zusammensetzung aus fünf Fraktionen 137 Abgeordnete haben wird, dürfte es nicht allzu eng werden. Selbst einen Gebetsraum, («Raum der Stille») gibt es nun im Landtag. Der amtierende Ältestenrat wird entscheiden, wo die neu in den Landtag eingezogene neunköpfige AfD-Fraktion im Plenarsaal sitzen wird. Das ins Gebäude integrierte Restaurant wird mit seiner Terrasse an der Leine auch künftig wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein, versprochen werden "Menüs auf gehobenem Niveau".

Das sagen Politiker nach der Eröffnung

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD): „Das Ergebnis ist absolut überzeugend. Unser neuer Plenarsaal ist hell, klar und verbreitet eine freundliche Atmosphäre. So wie Niedersachsen.“

CDU-Landeschef Bernd Althusmann: „Das ist ein helles, freundliches und offenes Gebäude: die Herzkammer der Demokratie in Niedersachsen. Und dass die Sonne hineinscheinen kann, stimmt mich für die Zukunft optimistisch.“

Innenminister Boris Pistorius (SPD): „Wunderschön und wirklich gelungen. Man staunt, was aus so einem alten Gebäude alles herausgeholt wurde.“

FDP-Landeschef Stefan Birkner„Ich bin zum ersten Mal hier, und mein erster Eindruck ist sehr gut. Es ist eine deutliche Verbesserung der Arbeitssituation. Von allem anderen lasse ich mich überraschen.“

Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD): „Es ist wirklich großartig und das, was ich mir immer gewünscht habe. Nicht nur mehr Licht im Plenarsaal, sondern auch freie Sicht auf das Plenum. Diese Offenheit wird auch dazu beitragen, dass wir einen neuen Stil finden.“

Björn Thümler, ehemaliger CDU-Landtagsfraktionschef: „Das Gebäude hat um viele Hunderte Prozent gewonnen. Es ist niedersächsisch-bescheiden, aber nicht schlicht. Und es kommt in seiner Licht-Schatten-Wirkung besonders daher. Wir können stolz darauf sein, und das Tagelicht wird die Debatten verändern.“

Niedersachsens Parlamentspräsident Bernd Busemann„So wie der Reichstag als Gebäude das Symbol der deutschen Demokratie ist, so ist das Leineschloss das Sinnbild unserer gelungenen Demokratie in Niedersachsen.“

Der Liveticker zum Nachlesen

ran/frs/dpa

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