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Aus der Stadt Gegen Missverständnisse und Reibungen
Hannover Aus der Stadt Gegen Missverständnisse und Reibungen
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06:49 18.07.2014
Von Jörn Kießler
Weiter harren die sudanesischen Flüchtlinge auf dem Weißekreuzplatz aus und protestieren friedlich. Quelle: Alexander Körner
Hannover

Bei der Suche nach einer Lösung für die Flüchtlinge am Weißekreuzplatz hat der Bezirksbürgermeister Mitte Michael Sandow (SPD) gemeinsam mit den Sudanesen einen großen Schritt gemacht. Schon am 31. Juli soll das sudanesische Kulturfest stattfinden, das beide Seiten gemeinsam veranstalten wollen. „Der Pavillon ist schon sehr engagiert dabei, das Fest zu organisieren“, sagt Sandow. Dort sollen dann unter anderem Diskussionsrunden stattfinden, in denen über die aktuelle Situation im Sudan gesprochen und erörtert werden soll, wie Stadt, Land und Bund gemeinsam die Forderungen der Bewohner des Camps erfüllen können.

Eine Petition hatten die Flüchtlinge Ende Juni der Kommission für Migration und Teilhabe des Landtages übergeben. Darin fordern die etwa 35 Sudanesen, die seit sieben Wochen einen Teil des Weißekreuzplatzes besetzt haben, unter anderem die Abschaffung aller Asylgesetze, die ihrer Meinung nach gegen die Menschenrechte verstoßen.

„Obwohl viele der Forderungen sich an den Bund richten, sind wir gerade dabei, den Katalog im Landtag durchzuarbeiten“, sagt der Abgeordnete der Grünen, Belit Onay. Derzeit entwerfe man eine Antwort auf die 13 Forderungen der Sudanesen. Unter anderem haben die Fraktionen von SPD und Grünen in diesem Zuge einen Antrag verabschiedet, der die medizinische Versorgung der Flüchtlinge verbessern soll. In einem Pilotprojekt in Göttingen und Hannover wird jetzt der Einsatz von anonymisierten Krankenscheinen erprobt, der die Gesundheitsversorgung für illegale Flüchtlinge ermöglichen soll, ohne dass diese negative Konsequenzen fürchten müssen. Zudem prüft die Landesregierung die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge, ähnlich wie es sie in Bremen schon gibt.

In der kommenden Woche will rot-grün einen weiteren Antrag vorlegen, in dem sie die Landesregierung bei ihren Plänen unterstützt, die Willkommenskultur in Ausländerbehörden zu verbessern.  Ein Pilotprojekt, bei dem Trainer in die Behörden gehen sollen, um die Mitarbeiter dort für den Umgang mit Flüchtlingen zu sensibilisieren, wurde schon auf den Weg geschickt. „Bisher haben sich schon 29 Kommunen dafür beworben“, sagt die Landtagsabgeordnete der SPD, Petra Tiemann. Vor allem die Kommunikation zwischen Sachbearbeitern und Flüchtlingen solle verbessert und damit Missverständnisse und Reibungen verhindert werden.

Um genau diesen Dialog zu verbessern, besuchte am Mittwochabend die Integrationsbeauftragte des Landes, Doris Schröder-Köpf (SPD), das Camp am Weißekreuzplatz. Die islamische Gemeinschaft Milli Görüs hatte ein Fastenbrechen für die sudanesischen Flüchtlinge organisiert. „Die Stimmung war gut und das vertrauensvolle Verhältnis, das wir mittlerweile zu den Flüchtlingen aufgebaut haben, wurde weiter verbessert“, sagte Belit Onay. Den Weißekreuzplatz räumen wollen die Sudanesen dennoch nicht. „Von unseren Forderungen wurde bisher noch keine erfüllt“, sagte Mohammed Tag, Sprecher der Flüchtlinge, gestern.

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