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Aus der Stadt Luftfahrtmuseum will Kinder stärker begeistern
Hannover Aus der Stadt Luftfahrtmuseum will Kinder stärker begeistern
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19:48 09.11.2012
Von Mathias Klein
Fast 200 Gäste besuchten den Festakt zum 20-jährigen Bestehen des Luftfahrtmuseums Laatzen. Quelle: Decker
Laatzen

„Die finanzielle Situation ist allerdings nicht rosig“, sagte er vor knapp 200 Gästen. Es gebe weiterhin weder durch die Stadt Laatzen noch durch das Land finanzielle Unterstützung für das Museum. „Man muss sich Gedanken machen, wie es weitergehen soll“, meinte Leonhardt.

Ein erster Schritt werde die Einbeziehung der Luft- und Raumfahrt in das Museum sein, denn auch die Zukunftstechnologie müsse gezeigt werden. „Und wir müssen sehen, dass wir Kinder begeistern können“, betonte der Sohn des Museumsgründers. Dazu gehöre auch, Technik zum Erleben anzubieten. Die Leidenschaft seines Vaters habe der Fliegerei gehört, berichtete Leonhardt. Zwar habe Walter Leonhardt nie selbst am Steuerknüppel eines Flugzeuges gesessen. „Aber er lebte seine Leidenschaft mit der Dokumentation der Luftfahrt aus“, berichtete sein Sohn.

Den Beginn dieser Leidenschaft markierte die spektakuläre Bergung von vier im Zweiten Weltkrieg versunkenen Passagiermaschinen vom Typ JU 52 aus einem See in Nord-Norwegen, an der der frühere Geschäftsführer der Spedition Nelke maßgeblich beteiligt war. „Von diesem Zeitpunkt an wurde unser Haus immer mehr zu einem Museumsdepot“, berichtete sein Sohn. Auch nach der Eröffnung war der Museumsgründer immer auf der Suche nach Exponaten für die Hallen in Laatzen. Seiner Mutter habe sein Vater zum Beispiel einmal einen Sardinienurlaub schmackhaft gemacht, berichtete Markus Leonhardt.

Sie wunderte sich über die plötzliche Liebe ihres Mannes zu Italien. Auf Sardinen angekommen, organisierte der Urlauber dann aber zunächst einmal eine ME 109, das deutsche Jagdflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg, für sein Museum. Erst anschließend erholte er sich mit seiner Frau auf der Insel. Auch ein Besuch beim damals studierenden Sohn in Budapest war nicht ohne Hintergedanken. „Papa hatte eine Antonow An-2 mitgebracht“, erzählte Markus Leonhardt gestern der Festgesellschaft. Das ist der größte einmotorige Doppeldecker der Welt. Sohn Leonhardt lobte auch die Freunde und Unterstützer der Museumsidee. Viele seien von Anfang an tatkräftig dabei gewesen.

Die Festrede hielt der Chef des Flughafens Hannover-Langenhagen, Raoul Hille. Mit ihm hatte Walter Leonhardt vor einigen Jahren über einen Standortwechsel zum Flughafen verhandelt, wegen der hohen Investitionskosten war das Museum dann schließlich aber in Laatzen geblieben. „Sein Traum vom Fliegen hat ihn beflügelt“, meinte Hille über den Museumsgründer. Zwar gebe es einige Museen zum Thema Luftfahrt, sagte der Flughafenchef. „Aber wer dieses Museum mit Ruhe und Zeit verinnerlicht, wird feststellen, dass es keine Luftfahrtausstellung gibt, in der so viel Herzblut steckt“, betonte er.

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