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Aus der Stadt Hannovers Luxus-Kino öffnet Anfang Dezember
Hannover Aus der Stadt Hannovers Luxus-Kino öffnet Anfang Dezember
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00:22 29.11.2014
Wie zu Hause? Cineast Hans-Joachim Flebbe setzt im neuen Astor Grand Cinema in Hannover auf gemütliche Ledersessel mit Beinfreiheit.
Wie zu Hause? Cineast Hans-Joachim Flebbe setzt im neuen Astor Grand Cinema in Hannover auf gemütliche Ledersessel mit Beinfreiheit. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Hans-Joachim Flebbe will die Menschen zurückgewinnen, die dem Kino den Rücken gekehrt haben – sei es aus Frust über quatschende Nachbarn oder Popcorn-verklebte enge Sitze. 

Am Mittwoch hat Hans-Joachim Flebbe die Pläne für ein Luxuskino im leerstehenden Cinemaxx-Gebäude an der Nikolaistraße vorstellt.

Herr Flebbe, gehen Sie eigentlich noch selbst ins Kino oder lieber in die Oper?

Zum Filmgucken habe ich wenig Zeit, das schaffe ich vielleicht einmal im Monat. Zuletzt war ich in ,Monsieur Claude und seine Töchter’, eine schöne Komödie. Aber Kino gehört in unserer Familie zum Standardprogramm. Meine 17 und 20 Jahre alten Kinder schauen sich anders als viele ihrer Altersgenossen Filme gerne im Kino an und nicht im Internet vor dem Computer.

Nie war es so einfach, Filme über Internetdienste auszuleihen und daheim im Wohnzimmer zu gucken. Wie war das Kinojahr 2014 für die Branche?

Das Jahr wird wahrscheinlich mit einem Besucherminus von drei bis vier Prozent abschließen. Das ist im Wesentlichen der Fußball-Weltmeisterschaft geschuldet, da hätte man die Kinos im Grunde genommen für einen Monat schließen können.

Ende November 2013 haben Sie den Berliner Zoo Palast wiedereröffnet. Wie lief das erste Jahr?

Wir werden zwischen 550 000 und 600 000 Besucher im ersten Jahr haben, was ein tolles Ergebnis ist. Uns freuen vor allem die Reaktionen des Publikums. Viele fühlen sich durch die Vorhänge und Lichteffekte an die gute alte Kinozeit erinnert.

Jetzt haben Sie das ehemalige Cinemaxx in Hannover gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Heinz Lochmann für 9 Millionen Euro in ein Luxuskino umgebaut. Woher nehmen Sie den Glauben, dass das Konzept auch in Hannover funktioniert?

Man weiß es vorher nie. Das ist wie bei einem Regisseur oder Produzenten, der einen Film gemacht hat. Man fiebert dem ersten Tag entgegen. Wir wissen nicht, ob die Hannoveraner noch zu ihrem Kino zurückfinden werden. Es stand ja anderthalb Jahre leer. Als wir das erste Multiplex genau an diesem Ort bauten, ging es vor allem um die riesige Leinwand. Unser Feind war immer der Fernsehapparat. Die neuen Privatsender zeigten damals ja jede Menge Spielfilme.

Und jetzt stellen Sie Hocker zum Füßehochlegen in die Loge, um es den Besuchern so bequem wie vor dem heimischen Fernseher zu machen?

Für mich ist wichtig, dass die Besucher im Kino so sitzen wie zu Hause. In der Loge kann man bei uns am Platz eine Flasche Wein, Cola oder Popcorn ordern. Die Zuschauerzahlen in den Kinos haben sich bundesweit in den vergangenen Jahren bei 130 bis 140 Millionen eingependelt. Um Steigerungen zu erreichen, müssen wir uns etwas Neues einfallen lassen. An die Riesen-Leinwände haben sich inzwischen alle gewöhnt.

In allen anderen großen Kinos gibt es mexikanische Nachos. Warum bei Ihnen nicht?

Mich haben ein paar Dinge am Kino immer genervt. Neben dem Schlangestehen an der Kasse gehörte dazu, dass mein Nachbar Nachos mit Käsesoße gegessen hat und ich die ganze Zeit diesen Käsegeruch in der Nase hatte. Deswegen gibt es bei uns keine Nachos.

Im Oktober 2014 war das ehemalige Cinemaxx an der Nikolaistraße noch eine Baustelle. Ein Rückblick auf die Bauphase.

Interview: Christina Sticht

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