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Aus der Stadt MHH-Psychiatriepatienten besuchen Seelöwen des Circus Krone
Hannover Aus der Stadt MHH-Psychiatriepatienten besuchen Seelöwen des Circus Krone
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20:40 24.10.2011
Von Juliane Kaune
Der Circus Krone will therapeutisches Schwimmen mit Seelöwen anstoßen. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Wenn Thomas einen Satz wie diesen sagt, will das etwas heißen: „Das ist besser als der Sieg über die Bayern.“ Der 47-Jährige ist leidenschaftlicher Fan von Hannover 96, und sein gestriges Erlebnis hat ihn noch ein bisschen glücklicher gemacht als der 2:1-Erfolg der „Roten“ gegen den FC Bayern München am Sonntag. Thomas durfte zum ersten Mal in seinem Leben Seelöwen streicheln und sich von ihnen ein Küsschen geben lassen. Die dressierten Tiere, die auf die Namen Charlie, Chico, Joe und Tino hören, gehören zu den Hauptdarstellern des Circus Krone, der auf dem Schützenplatz gastiert. Am Montag gaben sie für Thomas und 17 andere Patienten aus der Psychiatrie der Medizinischen Hochschule (MHH) eine Vorstellung besonderer Art. Die Seelöwen ließen sich nicht nur liebkosen – einige Gäste stiegen sogar zu ihnen ins Wasserbassin und schwammen mit ihnen.

Das nasskalte Vergnügen verstehen die MHH-Mediziner als einen Teil der Therapie für ihre Patienten, die traumatisiert oder chronisch psychisch krank sind. „Das ist ein ganz besonderes Erlebnis, das ihnen große Freude macht“, sagt Armin Wessels, Referent des Direktors der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, Prof. Stefan Bleich. Der Kontakt mit Tieren helfe den Patienten, positive Gefühle zu entwickeln, die sich nachhaltig auf ihre Gesundung auswirken sollen. Bisher hat diese Aufgabe in der MHH die hauseigene Beaglehündin Juli übernommen. MHH-Mitarbeiter Andreas Feyerabend, der sich für seine Patienten um Abwechslungen jenseits des Klinikalltags bemüht, hatte bei dem Zirkus eigentlich nur um eine Führung gebeten. Auf die Idee, sie mit den Seelöwen bekannt zu machen, kam Tiertrainer Roland Duss, der ähnliche Projekte bereits für autistische oder in ihrer Entwicklung zurückgebliebene Kindern angeboten hat. „Unsere Patienten waren sofort begeistert“, sagt Feyerabend.

Für Micha war klar, dass er den Tieren so nah wie möglich sein wollte. Er gehörte zu den vier MHH-Patienten, die mutig zu Charlie und Co in das 84 Quadratmeter große Bassin sprangen. Trotz des Neoprenanzugs kam der 30-Jährige fröstelnd aus dem kalten Wasser. Doch er strahlte: „Die Seelöwen haben sich richtig gut angefühlt, sie haben eine ganz glatte Haut.“ Die zwischen 150 und 180 Kilogramm schweren Tiere schwammen wendig um ihre Gäste herum oder zogen diese durchs Wasser. Ungewollte Kollisionen gab es nicht. „Sie waren sehr vorsichtig und haben mich nur etwas angestupst“, berichtet Micha.

Er und die anderen Patienten würden einen solchen Tag gern häufiger erleben. Der Circus Krone gastiert aber nur noch bis zum 30. Oktober. Die MHH hat bereits Kontakt mit dem Zoo Hannover aufgenommen. „Wir würden unsere Patienten gern häufiger mit Tieren in Kontakt bringen“, sagt Wessels.

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