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Aus der Stadt MHH feiert 50-jähriges Bestehen
Hannover Aus der Stadt MHH feiert 50-jähriges Bestehen
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00:15 20.05.2015
Von Mathias Klein
Festakt im Hörsaal F: (von links) Oberbürgemeister Stefan Schostok, Gabriele Heinen-Kljajić, Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Ministerpräsident Stephan Weil sowie Edelgard Bulmahn, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, und der Präsident der MHH, Prof. Christopher Baum. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Ministerpräsident Stephan Weil hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) als "ein Flaggschiff der Hochschulmedizin" bezeichnet. Bei der Feier zum 50-jährigem Bestehen der MHH betonte Weil die herausragende Stellung der Patientenversorgung in Niedersachsen und in der Forschung. "Die MHH ist zudem der größte Landesbetrieb und stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für das Land Niedersachsen dar", betonte Weil. Die MHH war heute vor 50 Jahren in den Räumen der Tierärztlichen Hochschule Hannover gegründet worden. Zu der Feier am Sonntag waren zahlreiche Ehrengäste gekommen.

Mit einem Festakt feiert die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ihr 50-jähriges Bestehen. Unter den mehr als 400 geladenen Gästen sind Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn.

In ihrem Festvortrag lobte Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Buhlmahn das Engagement der Mitarbeiter der MHH. "Die Angehörigen können stolz auf das sein, was sie in den vergangen 50 Jahren geleistet haben", sagte sie. Die MHH sei eine der drei erfolgreichsten medizinischen Universitäten Deutschlands. Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok bezeichnete die Gründung der MHH als "absoluten Glücksfall für Hannover". Die Medizinische Hochschule pumpe "wie ein kräftiges Herz Leben, Energie und Innovation in Stadt und Umland".

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Der Präsident der MHH, Prof. Christopher Baum, erinnerte an die Gründung der Hochschule als Reformuniversität. "Hannover bot sich vor 50 Jahren für ein Modellprojekt an, das der Wissenschaftsrat des Bundes und der Länder forderte: praxisnahe und wissenschaftsbasierte Ausbildung zum Mediziner", berichtete er. In der Zukunft will die MHH unter anderem den Dreiklang aus Akademie, Krankenversorgung und erfolgreichem Wirtschaftsunternehmen weiter ausbauen, berichtete Baum.

Vom künstlichen Herzgewebe bis zum Hepatitis-Medikament

7607 Mitarbeiter, davon 1187 Ärzte und fasst 2000 Pflegekräfte – die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ist eine der leistungsfähigsten medizinischen Universitäten in Deutschland. Das zeigt sich unter anderem bei der Behandlung besonders schwer erkrankter Patienten. Experten bezeichnen die MHH als Klinikum der Supramaximalversorgung. Das heißt, dass für unzählige Patienten die MHH die letzte Hoffnung ist. 
In der Transplantationsmedizin zählt die Hochschule weltweit zu den führenden Zentren. Bundesweit führen die Ärzte mit der Verpflanzung von rund 400 Organen im Jahr die meisten Transplantationen durch. Außerdem wurden in der MHH mitwachsende Herzklappen entwickelt, sie werden bei Kindern eingesetzt und halten voraussichtlich ein Leben lang. Hinzu kommen jährlich 170 Transplantationen von Knochenmark und Blutstammzellen. Erst vor Kurzem ist es Forschern der MHH gelungen, große Mengen sogenannter pluripotenter Stammzellen herzustellen und diese gleich in Herzmuskelzellen umzuwandeln. Damit sind die Mediziner dem Ziel, im Labor künstlich produziertes Herzgewebe herzustellen, einen Schritt näher gekommen.

Einer der bekanntesten MHH-Ärzte, der Herzchirurg Prof. Axel Haverich, berichtete bei der Feier, dass es in der Nachkriegszeit 13 bahnbrechende Erfindungen in der Chirurgie gegeben habe, allein sechs davon stammen aus Hannover. Eine andere Forschergruppe arbeitet derzeit daran, Zahnimplantate aus Zellen wachsen zu lassen, statt sie künstlich herzustellen.

Weltweit führend ist die MHH auch beim sogenannten Cochlear-Implantat, einer elektronischen Reizprothese für das Innenohr. 70 Prozent der Patienten, die ein solches Gerät erhalten, können wieder ganz normal hören. Das Implantat ermöglicht auch Kindern, die ohne Gehör geboren werden, eine normale Sprachentwicklung.

Prof. Michael Manns hat mit seinem Team ein Medikament gegen den gefährlichen Hepatitis-C-Virus entdeckt. Der Direktor der MHH-Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie zählt seitdem in Expertenkreisen zu den 400 am häufigsten zitierten Wissenschaftlern in der klinischen Medizin. Die Infektionskrankheit kann zur Zerstörung der Leber führen. Manns Entdeckung führte zu einer deutlichen Verringerung der Lebertransplantationen.

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