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Aus der Stadt MHH senkt hohen Blutdruck mit Elektroden
Hannover Aus der Stadt MHH senkt hohen Blutdruck mit Elektroden
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22:28 30.03.2010
Von Juliane Kaune
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Medizinische Hochschule Hannover (MHH) Quelle: Archivbild
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Bei 19 Patienten, deren Werte durch eine medikamentöse Therapie nicht mehr zu normalisieren waren, setzten die MHH-Ärzte einen Spezialschrittmacher an der Halsschlagader ein – eine Elektrode, die elektrische Impulse an bestimmte Rezeptoren des vegetativen Nervensystems sendet. Dabei konnten die Wissenschaftler um Prof. Jens Jordan, Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie, erstmals nachweisen, dass die auf diese Weise stimulierten sogenannten Barorezeptoren eine wichtige Rolle bei der Blutdruckregulation spielen: Sie senden Impulse an das Gehirn und lösen damit wiederum eine Reaktion aus, die zur Senkung des Blutdrucks führt.

„Die normale Funktion der Barorezeptoren, die den Blutdruck stabilisiert, verbesserte sich durch die elektrische Stimulation sogar“, erklärt Jordan. Allerdings sei noch nicht bewiesen, dass der Schrittmacher den Blutdruck auch langfristig senkt und so hilft, Folgeschäden wie einen Schlaganfall, Herz- oder Nierenerkrankungen zu verhindern. Um dieses zu belegen, sind weitere medizinische Studien erforderlich.

Gleichwohl sei die Technik des Schrittmachers bereits so ausgereift, dass dieser noch in diesem Jahr auf den Markt kommen werde, sagt Jordan. Das Einsetzen des Gerätes erfordert jedoch eine Operation, die nicht ohne Risiken ist. Daher komme diese Form der Therapie nur für einen kleinen Kreis von Hochrisikopatienten infrage, betont der Mediziner. Deren Blutdruckwerte müssten trotz regelmäßiger Medikamenteneinnahme noch extrem erhöht sein. Die Werte der überwiegenden Mehrzahl der Blutdruckpatienten könnten dagegen mit der Gabe von Arzneien gut eingestellt werden, sagt Jordan.

Juliane Kaune 31.03.2010
Simon Benne 30.03.2010
Vivien-Marie Drews 30.03.2010