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Aus der Stadt MHH will raus aus den roten Zahlen
Hannover Aus der Stadt MHH will raus aus den roten Zahlen
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22:05 22.05.2012
Von Veronika Thomas
Foto: Wie eine kleine Stadt mutet die MHH von oben betrachtet an. Und ähnlich wie viele Kommunen hat die Klinik mit einem hohen Defizit zu kämpfen.
Wie eine kleine Stadt mutet die MHH von oben betrachtet an. Und ähnlich wie viele Kommunen hat die Klinik mit einem hohen Defizit zu kämpfen. Quelle: HAZ-Archiv
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Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ist 2011 tief in die roten Zahlen gerutscht. 15.9 Millionen Euro beträgt das Defizit, obwohl die Klinik so viele Patienten wie nie zuvor behandelt und einen Höchststand bei den eingeworbenen Drittmitteln erzielt hat. „Das sind kräftige negative Zahlen“, räumte der für Finanzen zuständige Vizepräsident Holger Baumann gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz ein. Mit einem Bündel an Maßnahmen will die MHH gegensteuern, um den weiteren Kostenanstieg zu bremsen.

Baumann zählte eine Reihe von Gründen auf, die zu den Mehrbelastungen in Millionenhöhe geführt haben. Neben einem Anstieg der Personalkosten durch Tarifsteigerungen (plus 4,4 Millionen Euro), einem Anstieg der Sach- und Energiekosten (plus 4,2 Millionen Euro) und Mindereinnahmen durch die EHEC-Epidemie von 2,9 Millionen Euro, die nicht durch Fallpauschalen ausgeglichen wurden, sei die Zahl der Vollzeitstellen seit 2010 um 170 angestiegen. Als starke finanzielle Belastung bezeichnete MHH-Präsident Dieter Bitter-Suermann den gesunkenen Landesbasisfallwert in Niedersachsen zur Vergütung der Krankenversorgung, unter dem alle Kliniken des Landes litten.

Gäbe es einen bundeseinheitlichen Wert, könnte die MHH mit einem Mehrerlös von fünf Millionen Euro im Jahr rechnen, im Saarland oder in Rheinland-Pfalz wäre die Erlössituation bei gleichen Leistungen um 22 Millionen Euro besser. „Wir behandeln hier die besonders schweren Fälle, die Erlöse aber bleiben auf Höhe der errechneten Mittelwerte“, erläuterte Bitter-Suermann. Mit der Folge, dass der Hochschule etwa bei komplizierten Transplantationen pro Fall bis zu 30.000 Euro nicht erstattet werden.

Um Kosten zu senken, sollen unter anderem 170 Vollzeitstellen abgebaut werden. Das dürfte schwierig werden, weil Forschung und Patientenversorgung nicht beeinträchtigt werden sollen. „In einem Jahr werden wir das nicht schaffen“, sagte Baumann. Weiteres Einsparpotenzial soll durch ein zentrales Labor, den Neubau einer Apotheke sowie die Neustrukturierung von Strahlentherapie und Nuklearmedizin erzielt werden.

Kein Mittel zur Sanierung der Finanzen, aber ein Stück finanzielle Unabhängigkeit verspricht sich das Präsidium durch die Umwandlung der MHH von einem Landesbetrieb in eine Stiftungshochschule. Der Hochschulsenat hat Anfang des Monats Entwürfe für eine Stiftungssatzung und eine Stiftungsordnung beschlossen, die jetzt dem niedersächsischen Wissenschaftsministerium zugeleitet wurden. „Wir hoffen, dass uns bis Ende des Jahres eine Entscheidung vorliegt“, sagte Bitter-Suermann. Danach müsse der Senat erneut darüber entschieden, ehe der Landtag einer Änderung des Landeshochschulgesetzes zustimmen muss.

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