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Aus der Stadt Immer mehr Keime in Hannovers Kliniken
Hannover Aus der Stadt Immer mehr Keime in Hannovers Kliniken
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00:34 22.11.2014
Die Belastung von Patienten mit den gefährlichen multiresistenten Keimen ist in der Region Hannover offenbar deutlich höher, als den Behörden bekannt ist. Quelle: Montage
Hannover

Die Belastung von Patienten mit den gefährlichen multiresistenten Keimen ist in der Region Hannover offenbar deutlich höher, als den Behörden bekannt ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Recherche der „Zeit“ und des Büros „Correctiv“. Sie haben erstmals die Abrechnungsdaten aller hannoverschen Krankenhäuser ausgewertet. Demnach ist die Zahl der vom bekanntesten multiresistenten Erreger MRSA betroffenen Patienten in der Region zwischen 2010 und 2013 um 39 Prozent gestiegen. Die Belastung mit dem Keim ESBL stieg um 30 Prozent. Die Zahl der Nachweise des als sehr gefährlich geltenden Erregers VRE, der sogar gegen einige Reserve-Antibiotika resistent ist, wuchs im selben Zeitraum um 
798 Prozent. Der Erreger VRE wurde den Recherchen zufolge bei sechs von 1000 Patienten in der Region festgestellt, MRSA-Keime bei 14 von 1000 Patienten. Beide Zahlen liegen deutlich höher als in den meisten umliegenden Landkreisen.

Für die Untersuchung hat die Zeitung auch die Daten anderer Krankenhäuser Deutschlands gesichtet. Ergebnis: 2013 wurde bei insgesamt 30 000 in deutschen Kliniken verstorbenen Patienten nach ihrem Tod einer der drei meistverbreiteten Keime MRSA, ESBL oder VRE festgestellt. Wie viele Patienten ernsthaft an diesen Keimen erkrankten oder daran starben, lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen.

Die Region Hannover, der seit dem Jahr 2009 das Auftreten der Keime gemeldet werden muss, stellt dagegen keinen Anstieg der mit gefährlichen Keimen infizierten Patienten fest. Im Jahr 2012 wurden beim Gesundheitsamt 118 Patienten gemeldet, die MRSA in sich tragen, im vergangenen Jahr 91 Patienten, in diesem Jahr bis gestern 84 Patienten. Wie viele Patienten an Infektionen durch die Keime gestorben sind, ist unklar, weil es dafür keine Meldepflicht gibt.

Nach Angaben von Regionssprecher Nils Meyer kann sich die geringe bei der Region bekannte Zahl durch die Bedingungen der Meldepflicht erklären. Demnach werden nur die Fälle gemeldet, bei denen die gefährlichen Keime bei schwer erkrankten Patienten im Blut oder in der Hirnflüssigkeit gefunden werden. Wenn Krankenhäuser also routinemäßig Patienten mit einem Abstrich auf die Keime untersuchen und ihr Vorkommen feststellen, ist das noch nicht meldepflichtig. In welchen Kliniken besonders häufig 
Patienten mit Keimen festgestellt werden, gibt die Region nicht bekannt. „Meist ist es so, dass die Patienten den Keim in die Klinik mitbringen“, sagt Meyer zur Begründung. Deshalb lasse die Zahl infizierter Patienten keine Rückschlüsse über den Hygienezustand bestimmter Kliniken zu.

Von Heiko Randermann und Mathias Klein

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