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Aus der Stadt Mafia-Prozess: Glaswand soll Zeugen schützen
Hannover Aus der Stadt Mafia-Prozess: Glaswand soll Zeugen schützen
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00:23 07.02.2015
Vor dem Landgercht Lüneburg steht ein Polizist mit Maschinenpistole. Quelle: dpa
Hannover

Da kriminelle Vereinigungen in den Bereich Staatsschutz fallen, läuft das Verfahren gegen die Hannoveraner in Lüneburg, dort sitzt die sogenannte Staatsschutzkammer des Bezirks. Sind die Sicherheitsvorkehrungen der Maßstab, ist es der gefährlichste Prozess seit 20 Jahren in der Stadt. Zuschauer und Prozessbeteiligte sind durch eine Wand aus Panzerglas voneinander getrennt.

„Dieb im Gesetz“ nennt sich der Älteste von ihnen, seit mindestens vier Jahren soll der Senior die Gruppe angeführt haben. Sitz ihrer Briefkastenfirma war Hannover. Von dort wurden offenbar teure Geräte, Fahrzeuge und Maschinen geleast oder gekauft, aber nie bezahlt - sondern weiterverkauft. Der Schaden liegt laut Staatsanwaltschaft bei 450.000 Euro, es geht um 15 Straftaten zwischen 2009 und 2014.

83 Verhandlungstage bis Dezember

Vor Gericht steht Männer mit deutscher, russischer, kasachischer, armenischer, tschechischer und türkischer Staatsbürgerschaft. Laut Anklage sollen sie sich „als Teilgruppe einer größeren Organisation der russischen und eurasischen Subkultur im Raum Hannover etabliert“ haben. Das Wort Mafia vermeidet das Landgericht. Sprecher Harald Natho erklärt: „Das wäre zu kurz gefasst. Ob die Vereinigung eine mafiöse Struktur hatte oder nicht, wird sich ohnehin erst im Laufe des Verfahrens herausstellen.“

Es wird ein Mammutprozess: 83 Verhandlungstage bis Dezember, sechs Angeklagte, zwölf Verteidiger, drei Richter, ein Ergänzungsrichter, zwei Schöffen, zwei Ersatzschöffen, diverse Dolmetscher, dazu Wachtmeister und Polizisten in einer Anzahl, die das Landgericht aufgrund des aufwendigen Sicherheitskonzepts nicht preisgibt.

Um die Prozessbeteiligten - Zeugen, Angeklagte, Richter, Anwälte - vor möglicher Gewalt aus dem Zuschauerraum zu schützen, hat das Landgericht eine schusssichere Glaswand in den Saal einbauen lassen. „Eine konkrete Gefährdung liegt nicht vor. Unser Ziel ist, von vornherein ein Sicherheitsgefühl herzustellen“, sagt Natho. „Es geht darum, den bestmöglichen Schutz aller zu gewährleisten.“

Taschen, Beutel und Tüten, Transparente und Flugblätter, Schirme, Stöcke und Flaschen, Dosen und Lebensmittel, Waffen, Handys, Fotoapparate, Filmkameras und Tonbandgeräte: alles verboten. Auch der übliche Eingang vom Lüneburger Marktplatz ist für diesen Prozess tabu: Es wird ein gesonderter Zugang von einer Seitenstraße aus eingerichtet. Die fünf Inhaftierten sitzen außerdem in fünf unterschiedlichen Gefängnissen.

Von Carolin George

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