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Aus der Stadt Mann in Panik demoliert Auto und soll zahlen
Hannover Aus der Stadt Mann in Panik demoliert Auto und soll zahlen
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00:24 02.03.2015
Von Michael Zgoll
Die Richterin schlug sich auf die Seite des Fahrers: Wer bei Sommerhitze im Auto einnickt, muss vorher dafür sorgen, dass das Auto nicht zugesperrt ist. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Vier Männer aus Hannover und Umgebung wollten im Juli 2013 in Polen einen Junggesellenabschied feiern. An einer Autobahnraststätte nahe Stettin legten sie eine Pause ein. Einer der vier, ein Langenhagener, wollte ein Nickerchen machen. Die drei anderen entfernten sich, der Fahrer nahm den Schlüssel mit. Einen Augenblick später verriegelte sich der Audi automatisch. Hätte man nochmals auf „Zu“ gedrückt, wäre der Weg von innen nach außen frei gewesen. Doch das tat der Fahrer offenbar nicht.

Der Langenhagener, auf der Rückbank sitzend, schlief ein. Draußen herrschten 35 Grad im Schatten. Auch wenn der A 6 unter einem Baum stand - es dauerte nicht lange, bis es im Wageninneren glühend heiß wurde. Nach rund 20 Minuten wachte der Mitfahrer auf. Schweißgebadet, nach Atem ringend. Verzweifelt versuchte er, eine Tür zu öffen - vergeblich. Dabei hatte der Übeltäter kaum eine Wahl: Das Safelock-System des Wagens hatte ihn wirkungsvoll festgesetzt. Er bekam Panik, rief um Hilfe. Warf sich gegen eine hintere Tür, die verbogen wurde, trat schließlich eine Seitenscheibe ein. Dann kam der Fahrer, von Zeugen alarmiert, befreite den Freund aus seiner misslichen Lage.

Richterin: Angeklagter trägt selbst die Schuld

Doch als es um das Begleichen des Schadens ging, war Schluss mit lustig. Der Fahrer forderte vom Randalierer wider Willen 2118 Euro für Reparatur und Gutachten. Der Kumpel habe sich der Gefahr im Wageninneren fahrlässig ausgesetzt. Der Langenhagener dagegen meinte, der Fahrer hätte ihn über die Tücken der Verriegelung informieren und ihm den Schlüssel dalassen müssen, dann wäre nichts passiert. So aber sei er unverschuldet in Not geraten.

Die Richterin schlug sich auf die Seite des Fahrers. Der Langenhagener habe vor seinem Schläfchen bei Sommerhitze dafür sorgen müssen, dass das Auto nicht zugesperrt ist, schließlich sei er kein Säugling. Die Pflicht, sich um sein eigenes körperliches Wohl zu kümmern, könne er nicht auf den Fahrer abwälzen - und darum müsse er zahlen.

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