Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Ausraster an der Supermarktkasse wird teuer
Hannover Aus der Stadt Ausraster an der Supermarktkasse wird teuer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 14.03.2015
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Hannover

Genervtes Warten in der Schlange vor der Supermarktkasse – das kennt jeder. Besonders zermürbend ist die Steherei, wenn man es eilig hat. Gelegentlich kommt es dabei zu Exzessen, die weit über das übliche Grummeln und Granteln hinausgehen. Im Vorjahr rastete ein Mann an einem heißen Sommertag in einer Langenhagener Aldi-Filiale aus. Eine heftige Abkühlung verpasste ihm  jetzt Amtsrichterin Gesine Irskens in Form einer Verurteilung wegen Körperverletzung; damit muss der 41-jährige Alban K. eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 10 Euro bezahlen.

An jenem 1. August 2014 waren im Ladenlokal des Discounters zwei Kassen geöffnet. Auf einem Laufband wurde aber gerade ein Schild platziert: Kasse geschlossen, bitte nicht mehr anstellen. Die Kassiererin wollte zur Mittagspause gehen, deshalb wuchs die Schlange am verbliebenen Schalter rasant an. Dem späteren Angeklagten, der nur zwei Sechserpacks Wasser kaufen wollte, passte das nicht.

Es blieb nicht bei Wortgefechten

Der Hartz-IV-Empfänger pöbelte die Kassiererin an, er werde verdursten, sie solle gefälligst sein Wasser abbuchen, und überhaupt habe sie zu tun, was er sage. Warum? Weil er ein Mann sei und sie eine Frau. Die Angestellte gab nach und machte ihre Kasse wieder auf, was nunmehr empörte Kommentare der brav in der anderen Schlange Wartenden nach sich zog.

Doch blieb es nicht bei Wortgefechten zwischen Alban K. und den übrigen Kunden. Denn nun stellte sich auch eine 52-Jährige hinter dem gelernten Kraftfahrer an, der just bezahlt hatte. Auch für sie hatte der Mann einen Spruch parat, woraufhin sie ihn aufforderte, sie in Ruhe zu lassen und den Laden zu verlassen. Doch an diesem Punkt brannten bei dem Drängler die Sicherungen durch.

Er ging der Kundin, die wegen der Hitze nur ein leichtes Top trug, an die Wäsche und riss ihr einen Träger ab. Triumphierend, so schilderten es Zeugen, hielt er den schmalen Stoffstreifen in die Höhe und tönte: „Jetzt hab’ ich ein Souvenir.“ Einen 65-jährigen Kunden, der sich schützend vor die verschreckte Frau stellte, schubste er kräftig beiseite und verpasste ihm einen Schlag ins Gesicht. Der ältere Herr trug Prellungen davon und litt eine Woche unter Schmerzen.

Täter ist vorbestraft

Ein unbeschriebenes Blatt ist Alban K. nicht, wie sich in der Verhandlung offenbarte. In seinem Vorstrafenregister stehen bereits mehrere Verurteilungen, unter anderem wegen schwerer Körperverletzung. Jetzt ist noch einmal eine Geldstrafe von 600 Euro hinzugekommen – wegen eines völlig überflüssigen Ausrasters.

Frank Walter 14.03.2015
Aus der Stadt Zoo feiert 150. Jubiläum - Tierische Grüße zum Geburtstag
11.03.2015