Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Mit Gottvertrauen gegen das Böse in der Welt
Hannover Aus der Stadt Mit Gottvertrauen gegen das Böse in der Welt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:46 01.03.2015
Frieden werde aber auch nicht entstehen, wenn alle der geschätzt mehr als 50.000 IS-Kämpfer erschossen würden, sagte Margot Käßmann.
Frieden werde aber auch nicht entstehen, wenn alle der geschätzt mehr als 50.000 IS-Kämpfer erschossen würden, sagte Margot Käßmann. Quelle: dpa/Archiv
Anzeige
Hannover

Die ehemalige hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Menschen dazu ermutigt, mit mehr Gottvertrauen gegen das Böse in der Welt anzugehen. Wer an die Überwindung des Bösen glaube, gelte angesichts von Gewalt und Terror als naiv, sagte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Sonntag in der Marktkirche in Hannover: „Allein die Bilder der sogenannten IS-Kämpfer, die irrsinnig Menschen ermorden und Kulturdenkmäler zerstören, zeigen die Fratze des Bösen.“ Sie vermittelten das Gefühl, dem Teufel direkt ins Gesicht zu schauen.

Frieden werde aber auch nicht entstehen, wenn alle der geschätzt mehr als 50.000 IS-Kämpfer erschossen würden, sagte Käßmann ihrem Predigtmanuskript zufolge. „Wie wird Friede - das ist die große Frage und nicht erst seit heute!“ Die Theologin betonte, dass sie auch keine besseren Antworten habe als andere. Ihr imponiere aber die biblische Wegweisung, das Böse durch das Gute zu überwinden: „Immer wieder wird klar, dass die Herzen und Überzeugungen der Menschen berührt, ja gewonnen werden müssen, wenn sich etwas ändern soll.“

70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz

Gerade die Deutschen dürften nicht vergessen, wie verführbar der Mensch zum Bösen sei, unterstrich die frühere EKD-Ratsvorsitzende. Sie zitierte eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, derzufolge 81 Prozent der Deutschen die Geschichte der Judenverfolgung „hinter sich lassen“ möchten: „Wohl gemerkt, nur 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz.“ Auch hier sei das Böse greifbar gewesen, sagte Käßmann. „Da wurden Menschen brutal gefoltert, vergast, sie verhungerten vor dem Angesicht von Deutschen, die sich zu den Gebildeten, zur Kulturnation von Schiller und Goethe zählten.“

Es dauere offensichtlich lange, aus Erfahrungen zu lernen und Wege zum Guten, zur Versöhnung, zur Nächstenliebe zu finden, ergänzte die Theologin. Dazu seien allerorten offene und kontroverse Gespräche mit Andersdenkenden nötig: „Sind wir frei genug, uns einzulassen auf Gespräche mit Menschen anderen Glaubens um der existenziellen Fragen wegen? Stehen wir auf gegen Menschenverachtung und für die Würde der Flüchtlinge?“ Dafür brauche es Gottvertrauen: „Treten wir an gegen das Böse - mit der Verteidigung des Guten.“

epd

Aus der Stadt 2200 Gäste am Sonnabend in der Oper - Eine rauschende Ballnacht
Bernd Haase 03.03.2015
Aus der Stadt Schulmeisterschaft im Lebensmittelhandwerk - Das Rathaus aus Wurst gewinnt den Titel
03.03.2015
03.03.2015