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Aus der Stadt Nach Drogen in der Socke: Bewährungsstrafe für 22-Jährigen
Hannover Aus der Stadt Nach Drogen in der Socke: Bewährungsstrafe für 22-Jährigen
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16:33 25.01.2018
Der 22-jährige Serbuhan G. ist zu einer mehrmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Der 22-jährige Serbuhan G. ist zu einer mehrmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Quelle: Clemens Heidrich
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 Serbuhan G. ist am Donnerstag vom Amtsgericht Hannover zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden, weil er im August 0,74 Gramm Marihuana bei sich trug. Das Kuriose: Die Anklage hatte er einem weiteren Richter zu verdanken, der ein feines Näschen bewies. Koray Freudenberg erschnüffelte den süßlichen Grasgeruch damals während einer Verhandlung gegen G., als es ebenfalls um erlaubten Drogenbesitz ging. Freudenberg ließ den 22-Jährigen daraufhin noch im Gerichtssaal durchsuchen, die Beamten entdeckten das Marihuana schließlich in der Socke des Angeklagten.

„Ich dachte, ich lese nicht richtig“, sagte Amtsrichterin Monika Pinski nun bei der Verhandlung am Donnerstag. „Das ist, als wäre man wegen Schwarzfahrens angeklagt und kommt ohne Ticket mit der Bahn zum Prozess.“ Serbuhan G. räumte ein, er habe das Gras zur Beruhigung rauchen wollen. „Ich wusste, dass ich eine harte Strafe zu erwarten habe“, sagte er. Durch das Marihuana komme er runter und könne besser entspannen. Im August verurteilte ihn Freudenberg zu einer Geldstrafe von 1800 Euro wegen des Besitzes von 14 Päckchen mit kleinen Mengen Gras. Der Richter war am Donnerstag zwar als Zeuge geladen, musste aber aufgrund des Geständisses des 22-Jährigen nicht aussagen.

Die Staatsanwältin nannte es „pikant“, dass G. in einem Drogenprozess Betäubungsmittel dabei hatte. Aufgrund dessen und der Vorstrafen forderte sie daher acht Monate auf Bewährung sowie 80 Sozialstunden. Auch Richterin Pinski nannte das Verhalten G.s „wirklich dreist“. Allerdings verurteilte sie G. lediglich zu drei Monaten auf Bewährung. Zudem bekam der 22-Jährige einen Bewährungshelfer zugeteilt und die Auflage, eine ambulante Entzugstherapie zu beginnen.

Von Peer Hellerling