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Aus der Stadt Mario Barth in ausverkaufter TUI-Arena
Hannover Aus der Stadt Mario Barth in ausverkaufter TUI-Arena
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21:46 21.03.2010
Von Stefanie Kaune
Vor Berliner Kulisse rätselt ein Berliner in Hannover über das Verhältnis von Männern und Frauen: Mario Barth in der TUI Arena.
Vor Berliner Kulisse rätselt ein Berliner in Hannover über das Verhältnis von Männern und Frauen: Mario Barth in der TUI Arena. Quelle: Nancy Heusel
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Mit ihm kann man die eigene Abendunterhaltung so langfristig planen wie den Jahresurlaub, größere Geburtstagsfeiern oder die Silvesterparty. Denn auf ihn Verlass: Niemand aus der Unterhaltungsbranche sagt schon so frühzeitig so klar, wann er wiederkommt, wie Mario Barth (37). Weil sich auch nach mittlerweile rund vier Jahren Livecomedy als Massenunterhaltung das Phänomen Barth noch immer nicht selbst überlebt hat, hat der freundliche Wiedergänger der Comedyszene bei jedem seiner Auftritte stets akkurat die nächsten Termine für seine Fans dabei. So auch am Sonnabend und Sonntag in der TUI Arena, die er mal wieder locker zweimal ausverkauft hatte und dort jeweils vor 9000 Leuten spielte.

„Ich komme wieder“, verkündet der Berliner in großen Lettern auf den Leinwänden links und rechts der Bühne, noch ehe er sie betreten hat. Auch die „La Ola“ geht am Sonnabend schon munter durch die Reihen, bevor sich der Mann in Jeans und T-Shirt überhaupt zeigt. Dazu gleichfalls Gesänge wie im Fußballstadion („Wir woll’n den Mario sehn, wir woll’n den Mario sehn“), Gejohle und Getrampel. Für den 18. November, heißt es auf den Leinwänden, ist nun auch die siebte Zusatzshow von Barths Programm „Männer sind peinlich, Frauen aber manchmal auch!“ terminiert, die aktuelle Variante auf sein Männer-Frauen-Dauerthema. Drei Mal hatte er dieses Programm schon im November 2009 in Hannover gezeigt, auch jetzt am Wochenende wurde es gegeben – und diesen November kommt Barth damit erneut drei Mal in die TUI Arena.

Dann wird wieder die Rede sein von den Erlebnissen mit seiner Freundin beim Flug nach Mallorca, Besuchen im Baumarkt oder der gemeinsamen Autoreise in ein Schweizer Esoterikhotel inklusive Tankproblemen – natürlich ihrerseits. Doch den Fans wird es nicht zu viel. Ob Barths Scherze nicht längst schon mal so oder so ähnlich da waren, ob er Pointen setzen kann oder nicht, ist gleichgültig an einem Abend mit ihm. In der Halle ist ein dauerhafter Geräuschteppich ausgelegt, mal aus Kichern, mal aus lautem Gelächter, so dass er gar nicht mehr hinarbeiten muss auf die Pointe. Sein Publikum liebt ihn eben, den Mario, und ist bei jedem gern auch mal platten oder zotigen Gag dabei. Und dann ruft einer „Jawoll“ in die große Halle, weil er ebenfalls der Meinung ist, dass seine Freundin stets viel zu viele Klamotten für alle Wetterfälle in den Reisekoffer quetscht.

„Man erkennt sich wieder in den Geschichten“, meint Iris Wallbaum (35), die am Sonnabend mit ihrem Lebensgefährten Carsten Schulze (33) aus der Nähe von Detmold angereist ist. Doch Barth begleitet seine Fans auch anderweitig: An den Ständen mit Fanartikeln bilden sich in der Pause ebenso lange Schlangen wie am Getränkeausschank. Dort gibt es Schlüsselbänder, Tassen oder Fußmatten mit Aufdrucken aus Marios Welt. „Janz wichtig“ steht in Berlinerisch darauf oder „Duschverhalten“, einer der Fachbegriffe des Männer-Frauen-Experten. Und wer seinen Barth ganz klein in der Geldbörse dabei haben will, kann sich sogar an einem Automaten Fünf-Cent-Stücke zu Mario-Münzen mit dessen Sprüchen umprägen lassen.

Das alles wird in der Halle noch mal offensiv per Einspielung beworben. Gestört fühlt sich dadurch niemand. „Mario ist einfach toll, seine ganze Art ist so authentisch“, meinen Markus (28) und Annkathrin Wolfram (23). Sie haben sich ihre Karten erst vor zwei Monaten besorgt – über Ebay, denn natürlich war lange vorher ausverkauft. „Da haben wir halt ein bisschen mehr bezahlt, doch das lohnt sich.“ Aber eigentlich macht man es als Barth-Fan ja anders: „Ich habe meinem Mann die Karten für heute Abend schon Weihnachten 2008 geschenkt“, sagt Susanne Henschen (46) aus Hildesheim. Der trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Männer sind primitiv, aber glücklich“, dem Vorgängerprogramm, und kennt Barth noch aus der Zeit, als er in kleinen Hallen spielte. In Hannover etwa trat der Berliner noch 2005 im Capitol vor 1000 Leuten auf.

Nächstes Jahr dagegen schickt er sich an, den eigenen Rekord von 2008 zu toppen, als er 70.000 Fans im Berliner Olympiastadion unterhielt: In der TUI Arena wird schon mal auf die „Stadiontour 2011“ hingewiesen. Da will er es gleich vier Mal schaffen, die Fußballarenen zu füllen – in Frankfurt, Gelsenkirchen, Leipzig und wieder in Berlin. Das ist noch über ein Jahr hin, doch Barth und seine Fans denken eben langfristig.

Bernd Haase 21.03.2010
Conrad von Meding 21.03.2010
21.03.2010