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Aus der Stadt Weiter steigende Mieten erwartet
Hannover Aus der Stadt Weiter steigende Mieten erwartet
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00:15 12.02.2015
Von Conrad von Meding
Quelle: Symbolbild
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Hannover

Niedrige Zinsen, hohe Nachfrage wegen steigender Bevölkerungszahlen und gute ökonomische Rahmenbedingungen – diese drei Faktoren sorgen nach Ansicht von Tim Ockert, Privatkundenchef der Bank in Niedersachsen, auch weiter für tendenziell steigende Preise. Zumindest in Hannover: Nachbarstädte wie etwa Hildesheim mit einer eher sinkenden Bevölkerungszahl entwickeln sich deutlich anders, wie der Montag vorgelegte Bericht zeigt. In Hannover liege eine der Ursachen für die steigenden Preise auch im jahrelang vernachlässigten Wohnungsneubau. 2011 waren nur 277 neue Wohnungen fertiggestellt worden. Das von der Stadt aufgelegte Wohnkonzept sieht zwar bis 2025 den Neubau von bis zu 12 300 zusätzlichen Wohnungen vor. Kurzfristig aber könne dieses Engagement den Preisanstieg nicht dämpfen.

Der Bericht zum Download:

Hypo (1 MB)

Für den Marktbericht hat die Bank nach eigenen Angaben nicht nur die öffentlich vorliegenden Analysen ausgewertet, sondern auch selbst etliche Daten erhoben. Demzufolge ist der Preis für Eigentumswohnungen in guten Lagen auf 3300 Euro pro Quadratmeter geklettert, was einem Plus von 26 Prozent gegenüber 2009 entspräche. Die Durchschnittsmieten in guten Lagen sollen sich im gleichen Zeitraum um 19 Prozent auf 9,60 Euro pro Quadratmeter verteuert haben – wobei zwischen den Spitzenmieten um 13,50 Euro und einfachsten Mieten um 5 Euro pro Quadratmeter große Spannweiten herrschen. Reihenhäuser in guter Lage kosten den Erhebungen zufolge durchschnittlich 300 000 Euro und damit etwa 14 Prozent mehr als 2009.

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Während die Bank im oberen Preissegment der Eigentumswohnungen wegen des massiven Neubaus mit einem sich abschwächenden Preisanstieg rechnet, sei die Nachfrage insbesondere nach preiswerten familiengerechten und kleineren Wohnungen ungebrochen, urteilt Banker Ockert.

Region: 15 Prozent mehr Büroflächen vermietet

Auch im Markt der gewerblichen Immobilien ist Bewegung. Die Wirtschaftsförderung der Region hat gestern die Jahresbilanz für 2014 vorgelegt.

  • 15 Prozent mehr Büroumsatz: Insgesamt 115 000 Quadratmeter Büroflächen wurden im vergangenen Jahr neu vermietet oder verkauft. Bei den Vermietungen ist das ein Plus von 17 Prozent, der Anteil selbstgenutzter Büroflächen ist leicht gesunken. Insgesamt bedeutet das einen Anstieg um 15 Prozent.  Besonders gefragt sind Büros in der City und an den Ausfallstraßen. Die Preise sind weitgehend stabil geblieben. Vereinzelt wurden Mietabschlüsse bis zu 18 Euro pro Quadratmeter getätigt, die allgemeine Spitzenmiete lag bei 14 Euro. Regions-Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz kommentierte gestern, mit einem regelmäßigen Jahresumsatz von gut 100 000 Quadratmetern behaupte „Hannover seine Position als einer der stabilsten Standorte am deutschen Immobilienmarkt“.
  • Sinkende Logistikumsätze: Am Markt für Logistikimmobilien hingegen zeigt die Jahresbilanz erneut sinkende Umsätze. Nur 140 000 Quadratmeter sind verkauft oder vermietet worden. Weil die Flächen knapp werden, wichen ansiedlungswillige Unternehmen inzwischen auf schlechtere Standorte außerhalb der Region aus, bedauert Dezernent Franz. Mit neuen Gewerbeparks etwa bei Wunstorf und Barsinghausen versuche die Region, gegenzusteuern.
Tobias Morchner 09.02.2015
Mathias Klein 12.02.2015
Michael Zgoll 12.02.2015