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Aus der Stadt Schnellwegbrücke: Wo soll die Umleitung verlaufen?
Hannover Aus der Stadt Schnellwegbrücke: Wo soll die Umleitung verlaufen?
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08:21 22.12.2015
Von Conrad von Meding
Wird erst verstärkt und später abgerissen: Die Brücke an der Hindenburgschleuse.  Quelle: Kutter
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Hannover

Die Brücke des Südschnellwegs über den Mittellandkanal in Anderten ist nicht das einzige marode Bauwerk: Die Brücken des gleichen Schnellwegs über Hildesheimer Straße, Schützenstraße, Leine und Kiesteiche müssen ebenfalls ersetzt werden. Auch am Messeschnellweg stehen große Brückenbaustellen bevor, am Bremer Damm und wahrscheinlich am Westschnellweg ebenso.

Diese Brücken in Hannover sind marode und müssen abgerissen oder saniert werden.

Zum Teil liegt der Reparaturbedarf am schlechten Erhaltungszustand der Brücken – überall platzt Beton ab, die Stahlbewehrung liegt frei und rostet. Vor allem aber macht der Güterverkehr den Bauwerken zu schaffen. Rund 30.000 Fahrzeuge fahren täglich über die Brücke, davon etwa 2500 Lkw. Als Hannovers Schnellwegnetz in den Sechzigerjahren errichtet wurde, haben die Statiker als Standardwert einen Lkw mit 40 Tonnen zugrunde gelegt, den eine Brücke in einem bestimmten Abschnitt aushalten muss. „Inzwischen rechnet man auf dem gleichen Abschnitt mit einem 60- und einem 30-Tonner“, sagt Friedhelm Fischer, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr: „Und heute sind ja durchaus auch Schwerlastfahrzeuge mit 100 Tonnen auf der Straße.“ Fachleute glauben, dass eine Lkw-Passage etwa so viel Schaden verursacht wie die von 100.000 Pkw.

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Die Landesbehörde lässt jetzt systematisch alle Brücken von Bundes- und Landesstraßen nachrechnen – und kommt dabei regelmäßig zum Schluss, dass mindestens nachgebessert werden muss. Bei der Brücke der B 65 an der Hindenburgschleuse reicht das nicht. Zunächst werden ab Januar die Regeln für Lkw mit einem zulässigen Gewicht über zwölf Tonnen verschärft. Bisher gelten Überholverbot und ein Abstandsgebot, ab Mitte Januar ein vollständiges Fahrverbot. Zusätzlich sollen Verstärkungen eingebaut werden. „Wir hoffen, dass wir bis 2017 wieder Lkw mit 30, im Glücksfall sogar mit 40 Tonnen für die Brücke zulassen können“, sagt Fischer. Das Provisorium kostet rund eine Million Euro, es soll für ein paar Jahre halten. Dann wird abgerissen und neu gebaut. Wie das vonstatten gehen soll, ist unklar.

Die Umleitungen werden den gesamten Osten Hannovers belasten. Denn es gibt neben der abrissreifen Schnellwegbrücke zwar eine parallele Brücke zur Verbindung von Kirchrode und Anderten (Lehrter Straße) – aber die ist erstens nicht für ein derartiges Verkehrsaufkommen ausgelegt, zweitens müsste die Umleitung über die Schnellwegabfahrt Brabeckstraße durch Kirchrodes Zentrum über die hoch belastete Tiergartenkreuzung abgewickelt werden. Für die Planer unvorstellbar. „Wir werden die Abfahrt Brabeckstraße nicht sperren, aber wir müssen verhindern, dass der Umleitungsverkehr sich dort seinen Weg sucht“, sagt Fischer.

Stattdessen könnten Umleitungen gen Süden über den Messestutzen A 37 geführt werden, denkbar sind auch großräumige Umleitungen über die B 6/B  443 im Südosten und die B 3 (Messeschnellweg) im Nordosten – wenn dort nicht parallel Baustellen sind. Fischer sagt, derzeit würden die Umleitungskonzepte mit den Städten Hannover und Sehnde, Polizei und anderen Behörden abgestimmt. Zusätzlich werde in den nächsten Monaten ein Gesamtkonzept zur Sanierung des Schnellwegnetzes erarbeitet.

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