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Aus der Stadt Aus für „Canale Grande“ am Nordufer
Hannover Aus der Stadt Aus für „Canale Grande“ am Nordufer
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00:15 14.02.2014
Von Sonja Fröhlich
Die Platzvergabe für die Gastronomie auf dem Maschseefest folgt neuen Regeln. Quelle: Thomas
Hannover

Das Interesse am Landgerichtverfahren um das Maschseefest ist groß. Unter die Zuschauer mischen sich einige Gastronomen, die mit den Klägern, der Familie Ruggiero, sprichwörtlich in einem Boot sitzen. Wie die Ruggieros, die das „Da Enzo“ betreiben, waren auch sie bei der neuen Vergabe der Flächen für die kommenden drei Veranstaltungen nicht berücksichtigt worden.

Die Ruggieros hatten für ihr Lokal „Canale Grande“ am Nordufer eine Absage erhalten und sind gegen die Entscheidung einer Jury um die Hannover Veranstaltungs GmbH (HVG) vor Gericht gezogen. Nach deutlichen Worten des Kammervorsitzenden gaben sie gestern allerdings klein bei – und verzichteten darauf, eine einstweilige Verfügung gegen die Vergabe der Standplätze zu bekommen.

Richter Ullrich Kleybolte hatte ihnen zuvor klar gemacht, dass er keine Chance sieht, den Prozess zu gewinnen. Die Ausschreibung fordere von den Bewerbern zwingend stimmige Konzepte – dies sei aber bei der venezianischen Piazza der Ruggieros nicht der Fall, begründete Kleybolte. „Ihr Venedig zeigt zwar ein stimmungsvolles Bild vom Canale Grande – aber das größte feste Gebäude ist eine Crêperie“, stellte er fest. „Das ist für mich nicht typisch venezianisch.“ Seiner Meinung nach hätte dieser Umstand sogar zu einem Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren führen können.

Die Familie, der neben dem renommierten Verwaltungsrechtler Eckhard David auch der ehemalige Oberbürgermeister-Kandidat der CDU, Matthias Waldraff zur Seite stand, sah dies anders. Zum Einen stelle die Crêperie nur einen kleinen Teil des Gebäudes, zum Anderen gebe es auf dem San-Marco-Platz in Venedig ebenfalls einen Crêpe-Stand, wussten die Ruggieros zu berichten. Sie wollen auch herausgefunden haben, dass die Ursprünge des in Frankreich (aber mittlerweile auch auf allen deutschen Volksfesten) so bliebten Eierkuchens bis nach Rom zurückzuverfolgen sind. Richter Kleybolte ließ dies allerdings nicht gelten und verwies auf das allgemeine Empfinden. Außerdem warnte er die Wirte vor möglichen Folgen eines langen Prozesses, falls das Maschseefest deshalb ins Wasser falle. Sollte Ruggerio am Ende verlieren, müsse er möglicherweise Schadenersatz zahlen: „Sie übernehmen ein immenses wirtschaftliches Risiko.“

Allerdings brachte die gut einstündige Verhandlung vor der 18. Zivilkammer Einblicke in die Vergabepraxis der neunköpfigen Jury, die die 26 Flächen unter 42 Bewerbern neu zu verteilen hatte. So prangerte Verwaltungsrechtler David „erhebliche Zweifel an der Bewertung“ an und warf der Jury Willkür bei der Punktevergabe vor. Seine Mandanten hätten auch in den Bereichen Leistung und Qualität wesentlich schlechter abgeschnitten als der ebenso bewährte Nachbarstand des „Aresto“ – „obwohl es gegenüber meiner Mandanten nie Beanstandungen gab“.
Sie habe eine Begründung gewollt, sei aber über die Bewertung erschüttert, sagte Tochter Stella Ruggiero nach der Anhörung. HVG-Chef Hans Nolte äußerte sich zufrieden über das Ergebnis: „Wir haben alles richtig gemacht.“ Auch für andere verärgerte Gastronomen dürfte der Prozess ein Zeichen gesetzt haben.

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