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Aus der Stadt Massenspeicheltest in Hannover-Linden?
Hannover Aus der Stadt Massenspeicheltest in Hannover-Linden?
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21:47 09.02.2010
Von Tobias Morchner
Die bislang gesicherten Spuren haben noch nicht den erhofften Durchbruch gebracht. Quelle: Tim Schaarschmidt

Der Mörder der 24-Jährigen läuft noch immer frei herum, und mit jedem Tag, der vergeht, steigen seine Chancen, ungestraft davon zu kommen.

Selbst das Gen-Material, das an den blauen Müllsäcken, in denen die Leichenteile verpackt waren, sichergestellt wurde, brachte die Kripo bislang nicht weiter. Es konnte zwar analysiert, aber keiner Person zugeordnet werden. Nur ein Massengentest in Linden-Süd könnte die Ermittlungen in diesem Punkt möglicherweise entscheidend voran treiben. Monika P. hat sich regelmäßig in Linden-Süd aufgehalten. Außerdem hatten speziell ausgebildete Spürhunde die Ermittler zwei Mal vom Fundort der Leiche in das Viertel geführt.

Noch zögert die Kripo. „Ein Massengentest ist das äußerte Mittel, das wir einsetzen können. Wir werden darüber diskutieren, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, sagte Polizeisprecher Thorsten Schiewe. Nach Informationen der HAZ sollen allerdings schon in dieser Woche Familienmitglieder, engere Freunde und Arbeitskollegen der Ermordeten eine Speichelprobe bei der Polizei abgeben. „Wir führen einen Gentest im persönlichen Umfeld des Opfers durch“, bestätigte der Behördensprecher. Das bedeute allerdings nicht, so Schiewe weiter, dass der Täter zwangsläufig aus diesem Personenkreis stamme. Es handele sich vielmehr um eine reine Routinesache, teilte der Beamte mit.

Auch nach einem anderen spektakulären Verbrechen, im Mordfall Annette Peus aus dem Jahr 1996 hatte die Polizei einen Massengentest angeordnet, nachdem Gerichtsmediziner an der Leiche Spermaspuren gesichert hatten. 2000 Männer mussten damals eine Speichelprobe abgeben. Der Täter war nicht unter ihnen. Der Fall ist bis heute ungeklärt. Im Fall Monika P. ist nach wie vor eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zu einer Verurteilung des Täters führen. Die 24-Jährige war zuletzt am Neujahrstag lebend gesehen worden. Sie hatte gegen 2 Uhr eine Silvesterparty in der Elisenstraße verlassen. Von dort wollte sie mit der Stadtbahn in die City fahren. Dann verliert sich ihre Spur. Spezialisten des Landeskriminalamts, sogenannte operative Fallanalytiker, haben inzwischen für die Mordkommission „Rose“ ein Profil des Täters erstellt.

Durch die Begutachtung aller vorliegenden Fakten, der Tatumstände und des Opferprofils haben die Profiler versucht, Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten und die Persönlichkeit des Täters zu ziehen. Aus ermittlungstaktischen Gründen will die Kripo derzeit keine Details dieser Analyse preisgeben. Klar ist allerdings, dass sich der Mörder nach der Bluttat auffällig verhalten, auf sein direktes Umfeld fahrig, nervös und unkonzentriert gewirkt haben muss. Außerdem vermuten die Analytiker, dass er womöglich deutliche Veränderungen in seiner Wohnung vorgenommen hat, um die Tat zu vertuschen.

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