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Aus der Stadt Bracht ist neuer Medizingeschäftsführer
Hannover Aus der Stadt Bracht ist neuer Medizingeschäftsführer
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00:23 16.11.2014
Von Mathias Klein
Wird neuer Geschäftsführer Medizin des Regionsklinikums: Matthias Bracht.
Wird neuer Geschäftsführer Medizin des Regionsklinikums: Matthias Bracht.
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Hannover

Der 48-jährige Arzt soll am 28. November auf Vorschlag der Findungskommission vom Aufsichtsrats gewählt werden, teilte Klinikumssprecher Bernhard Koch Donnerstag mit. Bracht könnte am 1. Februar oder am 1. März beim Klinikum Region Hannover anfangen. Derzeit laufen die Verhandlungen über die Auflösung seines Vertrages in Minden, der noch bis zum Jahr 2017 gilt.

Bracht ist seit 2009 Vorstandsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken in Minden, wie das Regionsklinikum in kommunaler Trägerschaft. Im Jahr 2008 hatten die Mühlenkreiskliniken noch ein Defizit von 29 Millionen Euro. Bracht ist es gelungen, seit 2011 ein hohes medizinisches Angebot zu erstellen und zugleich kostendeckend zu arbeiten. Im Jahr 2013 erreichte das dortige Klinikum einen Jahresüberschuss von 5 Millionen Euro. Die Mühlenkreiskliniken haben an fünf Standorten insgesamt 4200 Mitarbeiter.

Bracht übernimmt den Posten von Prof. Thomas Moesta, der als Interims-Medizingeschäftsführer fungiert. Moesta soll sich künftig als Ärztlicher Direktor des virtuellen Standorts Klinikum Mitte dem Zusammenwachsen der beiden Standorte Nordstadt und Siloah widmen. Moesta sei „mit seiner hohen Fachkompetenz und seiner langjährigen Verbundenheit“ sehr wichtig für das Klinikum, sagte die Finanzgeschäftsführerin des Klinikums, Barbara Schulte. Sie akzeptiere jedoch, dass sein Herz an der Chirurgie hänge. Moesta, der kein Blatt vor den Mund nimmt, war von Beginn an als Zwischenlösung geplant, bis ein neuer medizinischer Geschäftsführer im Amt ist. Auch Moesta selbst hatte betont, den Geschäftsführerposten nur für einen begrenzten Zeitraum zu übernehmen. Unklar ist weiterhin, wer neuer Geschäftsführer mit der Hauptzuständigkeit für das Personal werden soll. ­Derzeit warte man auf Vorschläge von ver.di, heißt es im Aufsichtsrat. Die Neubesetzung der Posten ist wegen der überraschenden Beurlaubung von Norbert Ohnesorg und Diethelm Hansen nötig. Die beiden waren Anfang Juli wegen ständiger Kompetenzstreitigkeiten von ihren Posten enthoben worden.

Derweil hat die Region den nächsten Informationsabend zur umstrittenen Medizinstrategie 2020 für Donnerstag, 20. November, in Burgwedel angesetzt: Dort beantworten Aufsichtsratschef Hauke Jagau und Geschäftsführerin Schulte die Fragen der Bürger.

Geburtskliniken ohne Ersatz: Die Geburtskliniken in der Nordstadt und Großburgwedel sollen ersatzlos geschlossen - und nicht, wie irrtümlich berichtet - ins Siloah verlegt werden. Nur die Gynäkologie des Nordstadtkrankenhauses soll ins Siloah verlegt werden, dort gibt es jetzt schon ein großes Onkologisches Zentrum.

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