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Aus der Stadt Medizinische Hochschule in Hannover erwartet schwieriges Jahr
Hannover Aus der Stadt Medizinische Hochschule in Hannover erwartet schwieriges Jahr
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07:17 19.05.2011
Von Juliane Kaune
Das MHH-Präsidium erwartet in diesem Jahr schwierige Bedingungen für die Hochschule. Quelle: Frank Radel (Archiv)

So viele Patienten wie nie zuvor und ein neuer Rekord beim eingeworbenen Forschungsgeld: Die Medizinische Hochschule (MHH) bleibt auf Erfolgskurs. 54 875 Erkrankte wurden im vergangenen Jahr stationär und 307 373 ambulant an der Hochschulklinik behandelt – das sind zusammen rund 25 700 mehr als im Vorjahr. Die Summen, die MHH-Wissenschaftler von privaten Geldgebern und anderen Institutionen für Forschungsprojekte akquirierten, stieg auf 84,6 Millionen Euro. „Das sichert unsere nationale Spitzenposition“, sagt Präsident Prof. Dieter Bitter-Suermann. Allerdings blickt er nicht sorgenfrei in die Zukunft: Im Wettbewerb um Forschungsförderung gebe es zunehmend Konkurrenz, zudem verschärften sich die Rahmenbedingungen in der Krankenhausfinanzierung. „2011 wird ein schwieriges Jahr“, prognostiziert das MHH-Präsidium.

Unterm Strich steht in der Bilanz für 2010 ein Plus von 1,8 Millionen Euro. Eigentlich lag das Betriebsergebnis bei 5,3 Millionen Euro (2009: 5,7 Millionen). Wegen gesetzlich vorgegebener neuer Berechnungsverfahren sei der ausgewiesene Überschuss aber deutlich geschrumpft, erklärt der für Wirtschaftsführung zuständige Vizepräsident Holger Baumann. Dass die MHH im siebten Jahr in Folge schwarze Zahlen schreibt, sei kein Grund, sich entspannt zurückzulehnen. Obwohl die Kosten stiegen, sänken die von den Krankenkassen finanzierten Basispreise pro Behandlung. Im laufenden Jahr muss die MHH 8,5 Millionen Euro mehr für die Tarifgehälter ihrer Beschäftigten und für Betriebskosten wie etwa die Energieversorgung ausgeben – ohne einen Ausgleich zu erhalten.

„Das wollen wir nur auffangen, indem wir die Abläufe optimieren“, betont der für die Krankenversorgung zuständige Vizepräsident Andreas Tecklenburg. Ein besonders umfangreiches Projekt, mit dem die Behandlungs- und Wartezeiten für Patienten verkürzt werden sollen, ist bereits angeschoben: In Kooperation mit der Firma Siemens wird – wie berichtet – der Gerätepark des Zentrums für Radiologie sukzessive generalüberholt. 40 Millionen Euro sind veranschlagt, für die Investitionskosten tritt Siemens in Vorleistung. Die verbesserte Technik bedeutet für die MHH laut Tecklenburg „enorme Kosteneinsparungen“ im laufenden Betrieb.

Sorgen um ihre Jobs bräuchten sich die MHH-Mitarbeiter nicht zu machen, versichert Baumann. Bis 2013 sind betriebsbedingte Kündigungen ohnehin ausgeschlossen. Fraglich sei aber, ob die Hochschulklinik weiterhin mit vergleichbarem Tempo wie in den Vorjahren als „Jobmotor“ funktionieren könne. Mit fast 9000 Beschäftigten arbeiten heute rund 1400 Menschen mehr auf dem Hochschulcampus als noch 2004. Ihre Löhne und Gehälter schlugen mit 400,9 Millionen Euro zu Buche. Dass die Belegschaft kontinuierlich gewachsen ist, sei in steigendem Maß den Erfolgen in der Forschung zu verdanken, sagt Baumann. Mittlerweile werden zehn Prozent der Belegschaft über von den Wissenschaftlern eingeworbene Drittmittel finanziert – allerdings in der Regel mit befristeten Verträgen.

Bauprojekte: Auch 2011 wird auf dem Campus kräftig gebaut. Projekte für gut 40 Millionen Euro sollen in Betrieb gehen – Geldgeber ist zu großen Teilen das Land. Bereits im Juni wird das zur Kinderklinik gehörende Pädiatrische Forschungszentrum eröffnet. Die Rehabilitations- und Sportmedizin wird erweitert, mehrere Krankenstationen und der Audimax-Hörsaal werden saniert. Ende des Jahres ist der erste Spatenstich für ein klinisches Laborgebäude geplant, das weitere 20 Millionen Euro kostet. Auch der Baubeginn für das 54 Millionen Euro teure, von Bund und Land finanzierte Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik, in dem MHH, Leibniz-Uni und Tierärztliche Hochschule kooperieren, steht an.

Jahresempfang: Bitter-Suermann begrüßte gestern Abend rund 600 geladene Gäste. Ihnen wurde eine Neuerung aus dem Bereich der Lehre präsentiert: Fortan wird es alljährlich einen Studienführer geben, in dem alle 270 Studenten eines Jahrgangs persönlich vorgestellt werden.

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