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Aus der Stadt Mehr Geld für das Klinikpersonal
Hannover Aus der Stadt Mehr Geld für das Klinikpersonal
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09:17 28.02.2013
Von Veronika Thomas
Die Mitarbeiter des Kinderkrankenhauses Bult haben gestreikt – und bekommen nun mehr Geld.
Die Mitarbeiter des Kinderkrankenhauses Bult haben gestreikt – und bekommen nun mehr Geld. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Hannover

Pünktlich mit dem Februargehalt bekommen die Klinikmitarbeiter, mehrheitlich Krankenschwestern und Pfleger, rückwirkend zum 1. Januar 3,5 Prozent mehr Lohn sowie eine Einmalzahlung von 150 Euro.

„Nach Gutsherrenart wurde ohne Tarifabschluss eine Gehaltssteigerung für die Beschäftigten des Kinderkrankenhauses angewiesen“, sagte ver.di-Sekretärin Brigitte Horn verwundert. Vorstand Beushausen kann die Irritation nicht nachvollziehen: „Nach der letzten Verhandlungsrunde hat ver.di gesagt, das Angebot wäre unzureichend. Trotzdem meine ich, dass die Mitarbeiter zumindest schon mal den bisher ausgehandelten Abschlag erhalten sollen, denn ich gehe nicht hinter ein einmal unterbreitetes Angebot zurück.“ Beushausens „Angebot“ entspricht exakt der von ver.di geforderten Gehaltssteigerung laut dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) - allerdings mit einer Verspätung von zehn Monaten. Während etwa die Mitarbeiter des kommunalen Klinikums bereits zum 1. März 2012 höhere Gehaltszahlungen erhielten und zum 1. Januar sowie zum 1. August jeweils weitere 1,4 Prozent, müssen Beschäftigte des Kinderkrankenhauses Auf der Bult zehn Monate länger darauf warten.

„Am Anfang unserer Verhandlungen lag der Laufzeitversatz zuungunsten der HKA-Beschäftigten sogar bei zwölf Monaten und weiteren Verschlechterungen wie einer 40-Stunden-Woche anstatt 38,5 Stunden, reduzierten Urlaubstagen und Abstrichen bei der Zusatzversorgung“, sagte Brigitte Horn weiter. Ziel des Arbeitskampfes der Beschäftigten sei eine komplette Übernahme des TVöD. „Die Mitarbeiter wollen nicht immer hinterherhinken.“

Um ihre Forderungen zu unterstreichen, beteiligten sich gestern rund 130 Klinikbeschäftigte an einem gut zweistündigen Warnstreik mit anschließender Betriebsversammlung. Am 12. Februar, dem ersten Warnstreik in der 150-jährigen Geschichte der Kinderklinik, hatten 220 Mitarbeiter teilgenommen. Die geringere Beteiligung sei in der hohen Klinikbelegung begründet, weshalb zur Notfallversorgung der Kinder mehr Personal benötigt wurde, hieß es.

Am Freitag wollen ver.di und HKA-Vorstand Beushausen weiterverhandeln. „Wir betrachten die angewiesenen Zahlungen als Vorschuss, die nicht das Ergebnis einer Tarifverhandlung sind“, sagt Horn kämpferisch.

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