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Aus der Stadt Mehr Unfälle trotz Weidetor-Blitzer - Kritik vom ADAC
Hannover Aus der Stadt

Mehr Unfälle trotz Weidetor-Blitzer

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18:41 04.12.2019
Dieser Blitzer am Schnellweg hat laut ADAC seine Wirkung verfehlt. Quelle: Petrow
Hannover

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei am Messeschnellweg in Höhe des Weidetorkreisels 27 Zusammenstöße, ein Jahr zuvor waren es sogar 31. Für das Jahr 2010, in dem die Anlage aufgebaut worden war, verzeichnet die Polizeistatistik dagegen nur 18 Unfälle. „Der Blitzer hat offenbar seine Wirkung verfehlt und nicht zu einer Reduktion der Unfälle geführt“, sagt Sabine Schlemmer vom ADAC Niedersachsen.

Dabei hatte die Stadt die Digitalanlage, die mehr als 100 000 Euro gekostet hat und allein in den ersten drei Monaten 27 000-mal auslöste, einzig und allein mit Blick auf die Unfallzahlen angeschafft. 2008 kam es an dieser Stelle zu 19 Zusammenstößen. Ein Jahr später stieg die Zahl auf 25. Die Stadt sah Handlungsbedarf und ließ im Juli 2010 den neuen Blitzer aufstellen. Es gehe nicht darum, die Einnahmen aufzubessern, sondern Unfälle zu vermeiden, hatte die Verwaltung damals mitgeteilt. Im vergangenen Jahr löste die Anlage insgesamt 25 800-mal aus. Ein Jahr zuvor waren es sogar 49 500 Mal. Welche Summen der Blitzer in die Kasse der Stadt gespült hat, ist unklar. „Wir erfassen nicht die Beträge der einzelnen Blitzer, sondern nur die Gesamtsumme“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Im Jahr 2011 bescherten die 28 Blitzer und Radarfallen der Landeshauptstadt Bußgelder in Höhe von 3,9 Millionen Euro. Die Region konnte im gleichen Jahr eine Bußgeld-Rekordeinnahme in Höhe von insgesamt 7,3 Millionen Euro verbuchen.

Polizei hält am Blitzer fest - Kritik vom ADAC

Trotz der gestiegenen Unfallzahlen hält die Polizei den Weidetor-Blitzer weiterhin für sinnvoll. „Seit der Errichtung der Anlage fahren die Autos an dieser Stelle im Schnitt etwa acht Kilometer pro Stunde langsamer als zuvor“, sagt Polizeisprecher Holger Hilgenberg. Die Verkehrsexperten der Behörde befürchten, dass sich die Durchschnittsgeschwindigkeit bei einem Abbau des Blitzers wieder erhöhen und es deshalb zu noch mehr Unfällen kommen könnte. Die Unfallkommission, bei der Vertreter der Verwaltung, der Polizei, der Verkehrswacht und des ADAC mitarbeiten, habe kürzlich beschlossen, die Auffahrt vom Weidetorkreisel auf den Schnellweg in Richtung Pferdeturm zu verlängern, um so die Unfälle an der Stelle zu reduzieren. Noch ist nicht klar, wann die Bauarbeiten am Schnellweg beginnen werden und was der Neubau der Auffahrt kosten wird.

Auch der ADAC spricht sich für eine schnelle Verlängerung des Beschleunigungsstreifens aus. „Das ist ein relativ einfacher Eingriff und würde zu einer Entschärfung der Situation beitragen“, sagt Sabine Schlemmer vom Verkehrsclub. Die Autofahrer, die vom Kreisel kommend auf den Schnellweg einscheren wollten, hätten dann eine wesentlich bessere Sicht auf die übrigen Fahrzeuge. Außerdem würden sie sich bei einer längeren Auffahrt besser an das Tempo des fließenden Verkehrs auf dem Schnellweg anpassen können, so der ADAC.

Von Tobias Morchner

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