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Aus der Stadt Mehr Verletzte bei der Freiwilligen Feuerwehr
Hannover Aus der Stadt Mehr Verletzte bei der Freiwilligen Feuerwehr
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00:15 02.03.2015
Von Tobias Morchner
Beim Großeinsatz in Burgdorf wird Phosphin freigesetzt und verletzt 42 freiwillige Helfer. Quelle: Joachim Dege
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Hannover

Die Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen ist der gesetzliche Unfallversicherungsträger für alle Helfer der Freiwilligen Feuerwehren im Land. Demnach waren 2014 im Umland 296 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren in Unfälle verwickelt worden. Das sind 42 mehr als ein Jahr zuvor. Die meisten Unfälle passierten allerdings nicht bei der Brandbekämpfung sondern während des sogenannten Übungs- und Schuldienstes.

Der Anstieg der Verletzten freiwilligen Helfer außerhalb von Hannover ist insbesondere einem Umstand geschuldet: dem Großeinsatz auf dem Gelände des Büroartikelfabrikanten Gutenberg-Läufer im August. Die Flammen hatten unter anderem die extrem giftige Substanz Phosphin freigesetzt. 42 Helfer mussten im Anschluss an den Einsatz medizinisch versorgt werden. Die meisten von ihnen hatten Symptome einer Vergiftung aufgewiesen. „Inzwischen sind bereits 31 dieser Fälle aus unserer Sicht abgeschlossen“, sagt der Geschäftsführer der Unfallkasse. In den elf übrigen Fällen stehen noch weitere Behandlungen aus.

Am Mittwochmorgen ist es in Burgdorf zu einem Brand auf einem Firmengelände gekommen.

Im Stadtgebiet Hannover verzeichnete die Unfallkasse dagegen einen leichten Rückgang der Verletztenzahl im freiwilligen Feuerwehrdienst. So musste 2014 von den insgesamt 700 nur 24 ehrenamtliche Helfer Leistungen der Versicherung in Anspruch nehmen. 2015 waren es 25. „Dass die Zahlen für das Stadtgebiet generell eher gering sind, liegt in erster Linie an der gut funktionierenden Berufsfeuerwehr in Hannover“, sagt Thomas Wittschurky, der Geschäftsführer der Unfallkasse. In ganz Niedersachsen ist die Entwicklung der Unfallstatistik für die Freiwilligen Feuerwehren ebenfalls erfreulich. Die Zahlen gingen um 11,8 Prozent zurück, sodass die Unfallkasse im Jahr 2014 noch für 2439 Unfälle im freiwilligen Feuerwehrdienst aufkommen musste.

Hannovers Feuerwehrchef Claus Lange übte hingegen Kritik an der aus seiner Sicht unzureichenden Ausbildung der Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehren. Bei den 14-tägigen Schulungen an der Akademie für Brand- und Katastrophenschutz komme, so Lange, der Bereich Unfallverhütung zu kurz. „Aus meiner Sicht müssten bei diesen Fortbildungen dringend Fachleute für Präventionsarbeit mit einbezogen werden“, sagt Lange. Zudem gebe es Schwierigkeiten, die freiwilligen Helfer für die Schulungen von ihren Arbeitgebern freistellen zu lassen. „De jure ist das möglich, de facto aber ist es ein Problem“, sagt Hannovers Feuerwehrchef.

27.02.2015
27.02.2015