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Aus der Stadt Mehr als 400 Baustellen auf den Straßen in Hannover
Hannover Aus der Stadt Mehr als 400 Baustellen auf den Straßen in Hannover
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07:49 01.09.2010
Nadelöhr im Westen: An der Wunstorfer Landstraße wird noch bis Jahresende gearbeitet, Sperrungen dauern bis mindestens Ende Oktober. Quelle: Uwe Dillenberg
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Mehr Baustellen gleichzeitig: Der ungewöhnlich lange und harte Winter hat dazu geführt, dass der gesamte Baustellenplan aller beteiligten Unternehmen durcheinandergeraten ist. Das bedeutet: Es wird zwar im Wesentlichen genauso viel gebaut wie in den Vorjahren, aber in weniger Zeit. „Es staut sich alles ein bisschen auf“, sagt Hannovers Baustellenkoordinator Paul Babel. Drei Monate fehlen wegen des Winters im Bauzeitenplan, entsprechend mehr Baugruben finden sich nun zeitgleich in Hannovers Straßen. „Denn natürlich wollen alle vor dem nächsten Wintereinbruch fertig werden“, sagt Babel.

Sonderprogramme der Stadtwerke: Allein 350 Straßenbaustellen listet die Übersicht der Stadtwerke für Mittwoch auf – noch nicht eingerechnet die einzelnen Hausanschluss-Baugruben und reine Stichleitungen in Neubaugebieten. Grund dafür sind außer dem Winter-Phänomen zwei Sonderprogramme des hannoverschen Energieversorgers. Einerseits wird weiterhin an dem Hochspannungskabel gearbeitet, das sich quer unter der Stadt hindurch vom Kraftwerk Linden bis zum Hochspannungsübergabepunkt Höver erstrecken soll. Andererseits läuft noch das Sonderprogramm zur Sanierung der Grauguss-Gasleitungen. Vor allem die Südstadt ist derzeit stark betroffen, an zahlreichen Stellen lassen die Stadtwerke die als veraltet geltenden Rohre mit Durchmessern zwischen 15 und 20 Zentimetern austauschen. „Bis Ende 2012 sind wir in Hannover durch mit dem Sonderprogramm“, verspricht Stadtwerkesprecher Carlo Kallen. „Damit sind wir schneller, als der Gesetzgeber vorschreibt.“ Für Anlieger auf Parkplatzsuche oder Autofahrer auf der Durchreise bleibt es bis dahin eine Belastung, etwa in der Jordanstraße und den umliegenden Gebieten.

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In diesem Jahr gibt es besonders viele Engpässe auf Hannovers Straßen: Durch die zum Teil lang andauernden Bauarbeiten an Nadelöhr-Stellen in nahezu jeder Himmelsrichtung fordert die Verkehrsführung vielen Autofahrern starke Nerven ab. Zusätzlich zu den Großbaustellen existieren aktuell mehr als 400 weitere Straßenbaustellen in der Stadt.

Viele Nadelöhre: Sowohl das Tiefbauamt als auch die für die Stadtbahngleise zuständige Regionstochter infra, Stadtwerke und Stadtentwässerung geben zwar nicht mehr Geld aus für Baustellen als sonst, haben aber in diesem Jahr besonders neuralgische Stellen geschaffen. Beinahe in jeder Himmelsrichtung muss sich der Verkehr durch Nadelöhre zwängen. Beispiel Stadtbahnverkehr: Wie in jedem Jahr lässt die Region zwei Hochbahnsteige bauen, aber wegen deren Lage in Kleefeld an der Kirchröder Straße ist ein Dauerengpass entstanden, durch den sich Bewohner der östlichen Stadtteile quälen. Wegen der Verzögerungen beim Bau der Stadtbahnverlängerung nach Misburg ist auch die Buchholzer Straße seit Monaten mit Baustellenampeln übersät. Eine ähnliche Verengung gibt es im Westen Hannovers an der Wunstorfer Landstraße, wo die Stadt die Straße komplett sanieren lässt – monatelange Vorarbeiten im Untergrund eingeschlossen. Zusätzlich ist die Benno-Ohnesorg-Brücke nur einseitig befahrbar, der stadteinwärts führende Verkehr muss über die Spinnereibrücke ausweichen. Wer die Problemzone via Westschnellweg umfahren will, stößt auch hier auf eine Baustelle mit Spursperrungen. Im Norden kommt zu den Arbeiten am Fernwärmenetz etwa an der Podbi und im Bereich Möckernstraße/Tannenbergallee nun noch der Engpass Vahrenwalder Straße hinzu, der nicht planbar war. Dort ist die Straße infolge eines Leitungsschadens in Höhe Niedersachsenring abgesackt. Erst kurz zuvor hatten Arbeiten an den Aufzügen zur U-Bahnstation Werderstraße und Sanierungen am Vahrenwalder Platz lange Zeit den Verkehr behindert. Einzig der Süden des Stadtgebiets wird halbwegs verschont, weil die Hildesheimer Straße nach den Hochbahnsteig-Bauten vom vergangenen Jahr diesmal weitgehend baustellenfrei ist. Dafür verursacht die Dauerbaustelle auf der B 65 nahe der Hindenburgschleuse immer wieder Staus, und auch die Sanierung der Wilkenburger Straße verlangt den Autofahrern auf Umleitungsstrecken wie der Brückstraße zuweilen ein dickes Nervenkostüm ab.

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