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Aus der Stadt Messerstecher zu fünf Jahren Haft verurteilt
Hannover Aus der Stadt Messerstecher zu fünf Jahren Haft verurteilt
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00:17 19.11.2015
Von Tobias Morchner
Der tödliche Streit ereignete sich am 10. Juli 2015 an einer Bushaltestelle an der Grahnstraße, Ecke Melanchthonstraße. Quelle: Uwe Dillenberg (Archiv)
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Hannover

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Hannover hat am Montag einen 49-Jährigen wegen Totschlags zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Der aus Aserbaidschan stammende Farid B. hatte zuvor gestanden, am 10. Juli einen 45 Jahre alten Landsmann auf offener Straße in Vahrenwald durch einen Messerstich ins Herz getötet zu haben. B. flüchtet zunächst vom Tatort, stellte sich aber einen Tag später in Begleitung seines Rechtsanwalts den Behörden und übergab auch die Tatwaffe, ein sogenanntes Einhandmesser mit einer neun Zentimeter langen Klinge.

Nach einem Streit an einer Bushaltestelle nahe der Melanchthonstraße hat ein Mann einen Kontrahenten mit einem Messer erstochen.

Nur mühsam war es der Kammer unter Vorsitz von Richter Wolfgang Rosenbusch gelungen, die wahren Hintergründe für die Bluttat herauszuarbeiten. Der Streit zwischen den Landsleuten schwelte wohl schon einige Jahre. Seinen Ursprung hatte er auf einer Osterfeier vor fünf Jahren genommen, auf der rund 100 Landsleute anwesend waren und bei der die Männer aneinander geraten waren. Im Verlauf des Streits soll Farid B., der bis dato ein untadeliges Leben geführt hatte, den 45-Jährigen vor den Augen der Gäste niedergeschlagen haben - ein Umstand, der bis zu seinem Tod an dem späteren Opfer genagt haben soll.

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Rache für erlittene Schmach

Er habe sich in seiner Ehre verletzt gefühlt, habe immer wieder davon gesprochen, dass er sich für die erlittene Schmach rächen wolle, sagte unter anderem die Ehefrau des Getöteten aus. Zufällig begegneten sich die beiden Männer an jenem 10. Juli. Farid B. hatte nach einem telefonischen Streit mit seiner Freundin das Gefühl, sie würde ihn betrügen und war zu der Wohnung der Frau in die Grahnstraße gefahren, um sie zu beobachten. Sein Landsmann, der in der Gegend wohnte, entdeckte den im Auto wartenden B. und ging sofort auf ihn los. Durch das geöffnete Fahrerfenster traktierte der 45-Jährige Farid B. mit Schlägen. Dieser griff daraufhin zu einem im Auto liegenden Messer, um die Angriffe abzuwehren.

Der Streit verlagerte sich auf den Gehweg der Grahnstraße. Dort ging B. aus Sicht des Gerichts seinerseits zum Angriff über. Mehrfach stach er mit der Waffe nach seinem Kontrahenten und hörte auch nicht auf, als dieser seine Jacke zum Schutz vor Verletzungen um seine beiden Hände wickelte.

Mit ihrem Urteilsspruch blieb die Kammer deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Vertreterin der Strafverfolgungsbehörde hatte in diesem Fall neun Jahre Haft gefordert. Die Anwälte des Angeklagten hatten kein konkretes Strafmaß für ihren Mandanten verlangt, wollten die Geschehnisse aber als Totschlag in einem minder schweren Fall gewertet wissen. Dieser Forderung folgte das Gericht.

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