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Aus der Stadt Metronom rauscht in verkehrte Richtung
Hannover Aus der Stadt Metronom rauscht in verkehrte Richtung
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12:25 02.03.2012
Von Tobias Morchner
Falsche Richtung: Ein Metronom fuhr nach Celle.
Falsche Richtung: Ein Metronom fuhr nach Celle. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Erst eine knappe Stunde später stoppte der Metronom nach einem Abstecher über Lehrte seine Fahrt in Celle und ließ die Reisenden aussteigen. Metronom räumt ein massives Kommunikationsproblem ein. „Wir möchten uns bei unseren Kunden entschuldigen, da ist nicht alles optimal gelaufen“, sagt Hagen Grützmacher, ein Sprecher des Unternehmens. Seinen Angaben zufolge war es infolge einer Störung auf der Strecke Richtung Uelzen zu der Irrfahrt gekommen. Kupferdiebe hatten im Bereich Celle zahlreiche Kabel entlang den Schienen entwendet, sodass sich die Gesellschaft, wie auch die Deutsche Bahn selbst, kurzfristig gezwungen sah, ihre Züge umzuleiten. Doch die Informationen über diese Fahrplanänderung erreichten die Reisenden des betroffenen Metronoms so gut wie nicht. Der Zug sollte den Hauptbahnhof planmäßig um 13.40 Uhr Richtung Uelzen verlassen. „Der Lokführer hat zwar um 13.32 Uhr eine Durchsage wegen der Umleitung gemacht, aber versäumt, diese, wie sonst üblich, kurz vor der Abfahrt zu wiederholen“, erklärt Grützmacher. Alle Fahrgäste, die nach dieser Durchsage im Metronom Platz genommen hatten, bekamen von der Fahrplanänderung nichts mit, zumal die Anzeigetafeln am Hauptbahnhof immer noch Uelzen als Reiseziel auswiesen.

Die Ansage vor der Abfahrt konnte der Lokführer auch deshalb nicht machen, weil er zu diesem Zeitpunkt auf dem Bahnsteig die Aufgaben des Zugbegleiters übernehmen musste, der selbst nicht vor Ort war. „Auch das ist nicht optimal gelaufen, aber der Zugbegleiter dieses Metronoms wurde wegen der kurzfristigen Umleitung in Celle benötigt“, sagt Metronom-Sprecher Grützmacher.   

So startete die Irrfahrt also ohne Zugbegleiter und damit ohne Ansprechpartner für die verunsicherten Fahrgäste in Richtung Lehrte. „Neben mir saßen zwei junge Mädchen, die ihre Mutter im Burgwedeler Krankenhaus besuchen wollten. Sie waren den Tränen nahe“, schildert eine Betroffene. In Lehrte angekommen, setzte sich die Pannenserie fort: Der Metronom hielt zwar im Bahnhof an. Doch aussteigen durften die Passagiere dennoch nicht. Auch in diesem Punkt räumt die Eisenbahngesellschaft Fehler ein. Abermals heißt es, der Vorfall sei „nicht optimal abgelaufen.“ „Der Zug muss in Lehrte die Fahrtrichtung ändern, das heißt der Lokführer wechselt von einem Fahrstand in den anderen“, sagt die Metronom-Gesellschaft. Die Türen seien deshalb nicht geöffnet worden, weil der Lokführer, der ja als einziger Ansprechpartner vor Ort war, in dieser Situation mit anderen Aufgaben beschäftigt war und sich nicht gleichzeitig um die Reisenden hätte kümmern können. Erst um 14.25 Uhr erreichte der Nahverkehrszug schließlich den Bahnhof in Celle. Von dort aus sollten Busse die Kunden, die nach Großburgwedel, Isernhagen oder Langenhagen fahren wollten, weiter befördern. „Dazu hätten wir allerdings weitere 45 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen müssen“, sagt eine Metronom-Kundin. Viele Reisende organisierten ihr Weiterkommen selbst, fuhren mit der S-Bahn weiter oder ließen sich direkt von Freunden oder Bekannten in Celle abholen.

Bernd Haase 02.03.2012
Conrad von Meding 02.03.2012