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Aus der Stadt Mieten steigen in Hannover – aber moderat
Hannover Aus der Stadt Mieten steigen in Hannover – aber moderat
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07:52 07.09.2010
Von Felix Harbart
Schwierig zu finden: Wohnungen in begehrten Stadtteilen wie hier in der Oststadt oder der List.
Schwierig zu finden: Wohnungen in begehrten Stadtteilen wie hier in der Oststadt oder der List. Quelle: Martin Steiner
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Nachfrage und Preise auf dem Wohnungsmarkt haben zwar in den vergangenen Jahren spürbar angezogen – aber was die auf Immobilien spezialisierten Marktforscher des Instituts Empirica über die hannoverschen Immobilienpreise bekannt gaben, macht Fachleute in der Landeshauptstadt stutzig. Um zehn Prozent seien die Mieten für eine Zweizimmerwohnung zwischen 60 und 80 Quadratmetern innerhalb nur eines Jahres gestiegen, ließ Empirica wissen. So koste ein Quadratmeter in einer solchen Immobilie zurzeit durchschnittlich 7,36 Euro. „Das“, sagt Susanne Schönemeier, Vizechefin des Deutschen Mieterbundes, „können wir nicht bestätigen.“ Der Mieterbund kommt in seinen Berechnungen auf einen Durchschnittspreis zwischen 5,50 und sechs Euro. Auch der Vorsitzende des Eigentümervereins Haus & Grundeigentum, Rainer Beckmann, spricht von „nicht nachvollziehbaren Zahlen“ des Instituts Empirica.

Der Schlüssel zu dem Missverhältnis könnte auch in der Art der Erhebung liegen. So orientierten sich die Marktforscher bei ihrer Untersuchung der Immobilienmärkte in deutschen Städten an den Preisen, die in Inseraten von Vermietern für die Objekte aufgerufen wurden. „Allerdings weiß man ja nicht, ob die Mietverhältnisse so zustande gekommen sind“, sagt Schönemeier. Schon am Wochenende hatten die Macher der Studie betont, die Preiskalkulationen orientierten sich an neu zu vermietenden Objekten – also nicht an solchen mit bestehenden Verträgen. „Selbst dann aber kann ich mir einen Anstieg von zehn Prozent in einem Jahr nicht erklären“, sagt Schönemeier. Mit dem ausgerechneten Preisanstieg würde Hannover im bundesweiten Ranking auf Platz 47 rangieren, was die Mietpreise anbelangt. Recht hoch, findet die Expertin des Mieterbundes.

Tatsächlich aber seien die Mietpreise in der Leinestadt in den vergangenen Jahren „moderat“ angestiegen, sagt Schönemeier. Das liege zum einen daran, dass zuvor mehr als 15 Jahre lang kaum Steigerungen zu verzeichnen gewesen seien. Erschwerend komme die wachsende Zahl an Singlehaushalten hinzu. Zu guter Letzt verzeichnet Empirica eine gestiegene Attraktivität großer Städte gegenüber dem Wohnen auf dem Land.

All das führt dazu, dass in Hannover vor allem zwei Arten von Wohnungen zunehmend schwierig zu finden sind: auf der einen Seite kleine Wohnungen um 30 oder 40 Quadratmeter, wie sie Singles oder Studenten häufig bewohnen. „Der Engpass betrifft auch luxuriöse Objekte für wohlhabende Singles“, sagt Schönemeier. Ein solcher Engpass werde vor allem in angesagten Stadtteilen wie der List oder auch dem studentisch geprägten Linden virulent – nicht selten haben es die angehenden Akademiker in diesen Tagen, kurz vor Semesterbeginn, schwer, eine annehmbare Bleibe zu finden. Der zweite Bereich, in dem es eng ist, seien große Wohnungen ab 100 Quadratmetern. Die gebe Hannovers Bausubstanz nicht in ausreichendem Maße her.

Eigentümerfunktionär Beckmann wundert sich derweil darüber, dass Empirica sinkende Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Hannover konstatiert. Die sind laut Studie innerhalb von fünf Jahren um fast 200 Euro pro Quadratmeter gefallen. Beckmann dagegen geht davon aus, „dass die Kaufpreise sich halten“. Dafür spreche schon das derzeit niedrige Zinsniveau und die Möglichkeit der sicheren Geldanlage.

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