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Aus der Stadt Mietwagen soll Kunden 10.000 Euro kosten
Hannover Aus der Stadt Mietwagen soll Kunden 10.000 Euro kosten
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07:33 01.02.2012
Von Sonja Fröhlich
Reperaturbedürftig: Ein 62-Jähriger soll für den Schaden an seinem Mietwagen aufkommen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Hannover

Als er die Rechnung der Mietwagenfirma sah, fiel Luciano P. aus allen Wolken. Wegen eines Motorschadens an einem Leihwagen soll er fast 10.000 Euro bezahlen. Der Grund: Er habe beim Fahren den Motor überdreht, schrieb ihm die Autovermietung. Seit eineinhalb Jahren kämpft der 62-Jährige jetzt vor Gericht gegen die Kosten. „Ich habe den Schaden nicht verursacht, aber ich weiß nicht, wie ich das beweisen soll“, sagt der Mann aus der Südstadt. Zudem stellt die Forderung für ihn eine große Belastung dar: Luciano P. ist wegen einer schweren Krebserkrankung mittlerweile arbeitsunfähig.

Alles begann mit einem Unfall, an dem der 62-Jährige keine Schuld trug. Während sein Wagen in einer Werkstatt repariert wurde, bekam er von der Versicherung des Unfallverursachers den Mietwagen, einen 3er-BMW, bezahlt. Mit diesem sei er lediglich nach Gleidingen gefahren, wo er in einem italienischen Restaurant arbeitete. Schon nach zwei Tagen habe er merkwürdige Geräusche vernommen, sagt P.. „Ich habe die Autovermietung angerufen, aber mir wurde gesagt, solange kein rotes Licht aufleuchtet, ist alles okay.“

Am Folgetag blieb der BMW auf der Bundesstraße 6 liegen – „da war ich insgesamt 74 Kilometer gefahren“. P. erhielt einen anderen Mietwagen – und nach einer Woche die Rechnung für die Reparatur des BMW über 9100 Euro zuzüglich Kosten für einen Sachverständigen und Auslagen. In dem Schreiben der Autovermietung hieß es, er müsse „aufgrund eines Motorschadens (Überdrehschaden) mit dem Schaden belastet“ werden. „Ich fahre seit fast 40 Jahren schaltgetriebene Autos – so etwas ist noch nie vorgekommen“, sagt P.

Der 62-Jährige wandte sich schließlich an den Anwalt des ADAC, Christian Reinicke. Gegenüber diesem verwies der Vermieter auf seine „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“. Daraus folgt, dass Mieter zwar im Fall von Unfallschäden, abgesehen von der vereinbarten Selbstbeteiligung, abgesichert sind. Dies gelte aber nicht für „Brems-, Betriebs-, und reine Bruchschäden“. Für Reinicke „sind die kleingedruckten Geschäftsbedingungen das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind“: „Mein Mandant dachte, die Selbstbeteiligung über 550 Euro war sein Höchstrisiko. Woher soll er denn wissen, was ein Betriebsschaden ist?“

Eine vom Autovermieter beauftragte BMW-Werkstatt hatte den Schaden später bestätigt und vermutet, dieser sei durch übertouriges Fahren oder Verschalten entstanden. Die Angaben seien aber fragwürdig, sagt der ADAC-Anwalt. Seinen Erkenntnissen nach ist das BMW-Modell zum einen anfällig für derartige Schäden. Zum anderen sei sein Mandant laut Gutachten trotz des Schadens noch 40 Kilometer mit dem BMW gefahren.

Um das zu beweisen, muss Luciano P. selbst einen Gutachter beauftragen. Allerdings habe die Werkstatt den beschädigten Motor bereits entsorgt – bevor er beantragen konnte, ihn als Beweismittel zu sichern, sagt Reinicke. Der Autovermietung war es gestern nicht möglich, eine Stellungnahme abzugeben. Nach Reinickes Angaben soll das Unternehmen ein Vergleichsangebot über 6900 Euro zuzüglich Gerichtskosten in Aussicht gestellt haben. Dies sei aber keine Option.

Er fuhr schwarz mit der Üstra, und wenn er kontrolliert wurde, präsentierte er einen Dienstausweis des Verbunds Großraum-Verkehr Hannover (GVH), wie ihn auch Fahrkartenkontrolleure benutzen.

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