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Aus der Stadt „Sogar die Schröders haben hier gespielt“
Hannover Aus der Stadt „Sogar die Schröders haben hier gespielt“
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08:01 08.08.2013
Von Michael Zgoll
Christin Hilbrecht (v. l.), Matthias Schneider und Carina Weisgerber spielen auf der Anlage im Georgengarten. Quelle: Hagemann
Hannover

Herr Golinski, manche Menschen behaupten, dass dem Minigolfspiel etwas Spießiges anhafte. Können Sie das verstehen?

Nein, ganz und gar nicht. Bei uns auf der Anlage an der Steintormasch spielen Großeltern mit ihren Enkeln oder Familien, Kinder feiern Geburtstage, Schulklassen nutzen gerne die letzten Tage vor den Sommerferien. Außerdem treffen sich bei uns Mitarbeiter aus Betrieben zum Feiern, und es kommen auch junge Leute in meinem Alter vorbei.

Sie sind 24 Jahre alt. Das heißt, dass tatsächlich auch Menschen zwischen 20 und 30 Jahren den Minigolfschläger schwingen?

Ja, das sind dann Cliquen mit vier bis zehn Leuten, die bringen manchmal sogar ihr eigenes Bier mit, und dann wird eingelocht.

Machen solch feucht-fröhliche Runden manchmal etwas kaputt?

Dass ein Spieler seinen Schläger aus Frust mal auf den Beton knallt und ein Stück abplatzt, na ja, das kommt in den besten Familien vor. Wenn Kinder und Jugendliche zu lange warten müssen, bis sie dran sind, duellieren sie sich gelegentlich mit den Schlägern, das ist natürlich auch nicht Sinn der Sache. Ansonsten freuen wir uns, wenn die Leute nach einem Picknick ihren Müll einsammeln, das klappt leider nicht immer.

Muss eine Minigolfanlage eigentlich immer 18 Bahnen aufweisen, und sind Hindernisse wie Vulkan und Welle, Looping oder Labyrinth genormt?

Die meisten Freizeitanlagen haben 18 Bahnen, aber auch neun gibt es gelegentlich. Bei der Wahl der Hindernisse ist der Betreiber völlig frei, kann zwischen Modellen verschiedener Hersteller wählen oder sich eigene Kegel und Kurven basteln. Im Landesleistungszentrum Mühlenberg ist das anders, da sind Maße und Hindernisse von Eternit- und Betonanlage genormt. Die Vereinsspieler des Bahnen-Golf-Clubs tragen dort auch Punktspiele oder deutsche Meisterschaften aus.

Ihr Vater, Dieter Golinski, ist seit 2010 Besitzer der Anlage „Herrenhäuser Allee“ in der Nordstadt, Sie selbst sind Restaurantfachmann und seine rechte Hand. Ernährt eine Minigolfanlage eine Familie?

Die Einnahmen aus dem Minigolfgeschäft alleine sicherlich nicht. Aber wir führen ja auch das Restaurant und Café „Steintormasch“ mit seinem Biergarten gleich nebenan, und in der Saison befruchten sich Restauration und Minigolf gegenseitig. Außerdem haben wir, exklusiv in Hannover, eine Pit-Pat-Anlage zu bieten, das ist eine Kombination aus Minigolf und Billard.

Ist der Unterhalt einer Minigolfanlage teuer?

Als wir den Platz übernommen haben, den es schon seit 1975 gibt, hat mein Vater erst mal einen fünfstelligen Betrag in die Sanierung gesteckt. Wir haben den Untergrund mit 70 Tonnen Splitt aufgefüllt, Fußwegplatten neu verlegt, die Betonflächen begradigt. Im laufenden Betrieb werden die 18 Bahnen einmal morgens mit dem Laubpuster freigeblasen, wir haben zwei Angestellte, die die Anlage im Wechsel betreuen. Und ansonsten fallen halt gelegentlich kleine Reparaturen an den Hindernissen an.

Wann ist Saison für Minigolfer?

Normalerweise von März bis Oktober, doch das hängt vom Wetter ab. Im Dezember steht die Anlage zwar auch zur Verfügung, aber da nimmt ja niemand einen Schläger in die Hand.

Von welchem Wetter träumt der Betreiber einer Minigolfanlage, um möglichst viel Publikum zu locken?

20 Grad, Sonnenschein, leichte Brise. Wenn es so heiß ist wie zuletzt, also über 25 Grad, wird es erst nach 18 Uhr voll.

Stammgäste nehmen wahrscheinlich bei jedem Wetter Maß?

Wir haben tatsächlich Spieler, die regelmäßig ein- bis zweimal pro Woche vorbeikommen. Nur einmal ist es dagegen passiert, dass Outdoor-Cross-Golfer vom benachbarten Georgengarten bei uns hereingeschneit sind und eins unserer Löcher zum Putten genutzt haben.

Hatten Sie auch schon Prominenz zu Gast?

Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf haben mit ihren Kindern schon mal bei uns gespielt. Und die Handballer vom TSV Burgdorf kamen vor Beginn der letzten Saison zum Minigolfen vorbei, um die Teambildung zu fördern. Hat ja auch geklappt, die Burgdorfer spielen jetzt schließlich auf europäischer Ebene um den EHF-Pokal.

Anlagen und Preise

Minigolf Herrenhäuser Allee, In der Steintormasch 5, Nordstadt, Telefon (0511)7000717, www.steintormasch-cafe.de: 18 Betonbahnen. Öffnungszeiten und Preise: Di-So ab 11 Uhr bis abends, Mo ab 13 Uhr; Erwachsene 3,50 Euro (Zehnerkarte 28 Euro), Schüler und Studenten 3 Euro (Zehnerkarte 24 Euro), Kinder bis 12 Jahre 2,50 Euro (Zehnerkarte 20 Euro). Minigolf Eilenriede, Hohenzollern- Ecke Wedekindstraße, Zooviertel, Telefon (0173)7398100: 18 Eternitbahnen. Öffnungszeiten und Preise: Mo-Fr 13 bis 20 Uhr (in den Schulferien ab 11 Uhr), Sa 12 bis 20 Uhr, So 10 bis 20 Uhr (in den Ferien ab 11 Uhr); Erwachsene 3 Euro, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre 2 Euro. Bahnengolf Mühlenberg, Ossietzkyring 48a, Mühlenberg, Telefon (0511)432582, www.bgc-hannover.de: 18 Eternit- und 18 Betonbahnen. Öffnungszeiten und Preise: Mo-Fr 14 bis 21 Uhr (1. Juni bis 31. August / in Mai und September bis 20 Uhr, in April und Oktober bis 19 Uhr), Sa-So 12 bis 21 Uhr; Erwachsene Beton 3 Euro (Fünferkarte 13 Euro), Erwachsene Eternit 2,40 Euro (Fünferkarte 10 Euro), Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre Beton 1,60 Euro (Fünferkarte 6 Euro), Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre Eternit 1,20 Euro (Fünferkarte 4 Euro).

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