Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Lehrer soll Schüler missbraucht haben
Hannover Aus der Stadt Lehrer soll Schüler missbraucht haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 11.04.2015
Von Jörn Kießler
Ein Lehrer der Multi-Media Berufsschule soll Schüler unsittlich berührt haben.
Ein Lehrer der Multi-Media Berufsschule soll Schüler unsittlich berührt haben. Quelle: Jan Philipp Eberstein
Anzeige
Hannover

Im April vergangenen Jahres ging einer der Schüler dann offenbar zur Polizei. „Zu diesem Zeitpunkt wurde dann auch eine Anzeige gegen den Mann gestellt“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. „Es ist korrekt, dass gegen eine Lehrkraft einer Berufsbildenden Schule der Region Hannover ein schwerwiegender Verdacht besteht“, bestätigt auch Christina Kreutz von der Region Hannover, die Schulträger ist.

Offenbar soll der Lehrer, der unter anderem Radio- und Videokurse an der BBS an der Expo Plaza leitete, einigen seiner Schüler ungebührlich nah gekommen sein. Immer wieder war er in Rahmen von Jugendcamps und Projektfahrten mit den Schülern auch mehrere Tage am Stück zusammen. Opfer der unsittlichen Berührungen waren offenbar immer männliche Schüler im Alter zwischen 17 und 20 Jahren. „Dieser Aspekt wird auch rechtlich interessant, da es sich nicht mehr um Kinder, sondern Jugendliche und Heranwachsende handelt“, sagt Klinge. Im Gegensatz zum Missbrauch von Kindern im Alter unter 14 Jahre sei die Gesetzeslage hier nicht so eindeutig.

Beschuldigter hat sich noch nicht geäußert

Der Beschuldigte selbst hat sich gegenüber der Staatsanwaltschaft nicht zu den Vorwürfen geäußert. „Er will warten, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, und erst dann zu den Anschuldigungen Stellung beziehen“, sagt Klinge. Auch bei der Landesschulbehörde gibt man sich zurückhaltend. „In Personalangelegenheiten sagen wir zum konkreten Fall nichts“, sagt Behördensprecherin Ann-Christin Malorny. Nicht einmal, dass es Ermittlungen gegen den Lehrer gibt, will die Landesschulbehörde bestätigen. Lediglich, dass „bei Kenntnissen von entsprechenden Vorwürfen dienstrechtliche Verfahren eingeleitet und Schutzmaßnahmen ergriffen“ werden.

Demnach unterrichtet der Lehrer bereits seit einigen Monaten nicht mehr an der BBS. Wie viele seiner mutmaßlichen Opfer Anzeige gegen ihn gestellt haben, wollten Staatsanwaltschaft oder Landesschulbehörde am Donnerstag nicht sagen. „Generell bieten wir aber allen Schülern, die Beratung und Unterstützung in psychologischen Fragen brauchen, die Dienste unserer Schulpsychologen an“, sagt Landesschulbehördensprecherin Malorny. Auch die Region Hannover hat den betroffenen Schülern und Auszubildenden nach eigener Aussage Hilfe und Unterstützung angeboten.

„Die Region hat aber vor allem ein großes Interesse daran, dass der bestehende Verdacht zügig aufgeklärt wird und – falls er sich bestätigt – Konsequenzen gezogen werden“, sagt Kreutz. Ähnlich sieht das auch die Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen möglichst schnell abschließen will. „Das sind wir allen Beteiligten schuldig“, sagt Oberstaatsanwalt Klinge. „Sowohl den Opfern, die wissen wollen wie es weitergeht, als auch dem Beschuldigten, gegen den die Vorwürfe bis zum Ende des Verfahrens im Raum stehen.“

 

Aus der Stadt Serie: Als der Frieden nach Hannover kam - Die Amerikaner brachten Kaugummis mit
Simon Benne 12.04.2015
Aus der Stadt Gespräch im Landwirtschaftsministerium - Neues Gesetz könnte Leinenzwang lockern
11.04.2015
Aus der Stadt Entscheidung vor Landesarbeitsgericht - Bundeswehr muss 2700 Euro Zinsen zahlen
Mathias Klein 11.04.2015