Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Mit Schallwellen auf Fischfang
Hannover Aus der Stadt Mit Schallwellen auf Fischfang
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
19:14 14.08.2013
Kein Job für Ungeduldige: Thomas Klefoth fährt mit einem Boot über den Annateich und kartiert den See mithilfe eines Echolots. Quelle: Herzog
Anzeige
Hannover

Gewässer zu kartieren ist kein Job für ungeduldige Menschen. Immer und immer wieder fährt Thomas Klefoth mit seinem Boot über den Annateich in Kleefeld. Gleichmäßig tuckert der Acht-PS-Motor und  schiebt das Plastikboot  mit etwa vier Stundenkilometern über die glatte Wasserfläche. An der Bordwand hat der 35-Jährige eine Metallstange befestigt, die senkrecht in das Wasser hineinragt. Daran hat er ein Echolot befestigt, das mittels Schallwellen den Grund des Teiches abtastet. „In diesem Tempo schaffe ich etwa zwei Hektar pro Stunde“, sagt der Fischereibiologe des Landessportfischerverbandes Niedersachsen. Die Aufnahmen, die er bei seinen Schleichfahrten erstellt, sind dafür umso spannender.

„Durch diese zwei- und dreidimensionalen Karten bekommen wir sehr viele Informationen, mit denen wir Rückschlüsse auf die Qualität und den Zustand  der Gewässer ziehen können“, sagt Florian Möllers, Pressesprecher des Landessportfischerverbandes. Über das Profil des Seebodens erfahren die Angelvereine, ob sich über die Jahre Schlamm in ihren Seen abgelagert hat, ob es genügend flache Bereiche gibt, in denen Fische laichen können, und  an welchen Stellen der Grund des Gewässers bewachsen ist. „Unsere Gewässerwarte können  abschätzen, ob die vielen Naturschutzaktionen greifen, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden“, sagt Heinz Pyka, Vorsitzender des Angelvereins FV Hannover, Pächter des Annateichs.

Anzeige

Auf den Karten, die Thomas Klefoth mit seinem Echolot erstellt, können die Angler nicht nur das Profil ihres Fischreviers erkennen. Selbst Baumstämme und Büsche lassen sich auf diese Weise  unter Wasser sichtbar machen. Das bringt den Anglern erst einmal nichts, doch durch die Struktur der Seen können sie auch abschätzen, wo sie wann am besten bestimmte Fische fangen können. Heinz Pyka freut sich aber auch über einen weiteren Vorteil, den das Projekt des Landesverbands mit sich bringt: „Die Karten dienen uns als ein wichtiges Argument beim Aushandeln der Pachtpreise.“ Häufig wüssten die Besitzer der Seen und Teiche nämlich nicht, wie groß ihr Gewässer eigentlich ist.

Dafür zahlt der Verein gerne einen Teil der Kosten, die bei der Kartierung ihrer Seen und Teiche entstehen. Den restlichen Betrag übernimmt der Landesverband. Dennoch haben bisher nur sechs der insgesamt 330 Angelvereine in Niedersachsen den Service wahrgenommen. „Viele können sich darunter noch nicht so richtig etwas vorstellen“, sagt Möller, der aber noch weiter für das erst in diesem Jahr gestartete Projekt werben will.  Er hofft, dass noch möglichst viele Vereine ihre stehenden Gewässer vermessen lassen.
Etwa 90 Angelseen und -teiche hat Thomas Klefoth bisher kartiert. In Niedersachsen gibt es nach Schätzungen des Landesverbandes mehr als 5000.

Thomas Klefoth ist ein geduldiger Mensch.

Von Jörn Kießler

Aus der Stadt Diskriminierung an der Discotür - Disco muss 1000 Euro Schadensersatz zahlen
Michael Zgoll 17.08.2013
Andreas Schinkel 14.08.2013
Anzeige