Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Möbel Höffner eröffnet in Altwarmbüchen
Hannover Aus der Stadt Möbel Höffner eröffnet in Altwarmbüchen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 06.11.2015
Von Conrad von Meding
Ganz schön groß: Der neue Höffner-Markt hat 38.000 Quadratmeter Verkaufsfläche – fast doppelt so viel wie Ikea im Expo-Park. Quelle: Rainer Surrey
Anzeige
Hannover

Der Werbepylon neben der Autobahn ist weithin sichtbar - ab Donnerstag dürfen die Kunden auch ins Innere des großen, neuen Möbelhauses auf der Stadtgrenze von Hannover und Isernhagen schauen. Was sie erwartet sind vier Etagen mit Einrichtungsgegenständen: 162 Küchen, 600 Sofalandschaften, 140 Badeeinrichtungen, 300 Essgruppen, etliche Schlafzimmer, 3000 Leuchten, natürlich ein Restaurant mit Dachterrasse und ein großes Kinderspielland.

Es ist nicht so, dass es in Hannover an Möbelhäusern mangelt - das weiß auch Höffner-Gründer Kurt Krieger. Nirgends sonst in der Republik gibt es pro Einwohner so viel Quadratmeter Möbelverkaufsfläche wie im Raum Hannover. 358.000 werden es ab morgen sein, weil Höffner 38.000 Quadratmeter Verkaufsfläche hat. Zum Vergleich: Die Ernst-August-Galerie am Hauptbahnhof hat 30.000 Quadratmeter, Ikea am Expo-Park 20.000. „Unsere Mitbewerber werden sich warm anziehen müssen“, sagte Krieger gestern verschmitzt. Was für die Konkurrenz schlecht ist, ist gut für den Kunden: Er hat künftig noch mehr Auswahl.

Anzeige

Höffner ist zweitgrößter Möbelhändler Deutschlands, bei Küchen mit Aufbauservice nach eigenen Angaben sogar Marktführer. Das Unternehmen gilt als eher preiswerter Anbieter unter den großen Möbelhäusern, aber nicht als Billigheimer. In dem neuen Markt - für Krieger ist es die Nummer 19 - ist auch eine Küche für 130.000 Euro aufgebaut (Landhaustyp, Hersteller Oster), ihre Türen werden nach Montage von Hand mit Blattgold belegt. Boxspring-Betten für 10.000 Euro, Hülsta-Möbel oder eine sehr schwere, freistehende Badewanne aus Guss für knapp 2300 Euro (Preis ohne Armaturen) kann der Kunde erwerben. Doch vieles sind auch Hausmarken, das Gros des Sortiments ist keine Luxusware.

Der Höffner-Markt komplettiert das neue Einkaufszentrum Altwarmbüchen, eine typische Shoppinglandschaft auf der Grünen Wiese nach amerikanischer Prägung, die nach der Pleite von Möbel Unger eher triste Züge trug. Porta hat dort 2012 seinen neuen Möbelmarkt mit dem elegant geschwungenen Entree gebaut, 2013 wurde das A2-Center mit der Goldfassade fertig, jetzt setzt Höffner den markanten Schlusspunkt. Wie viele Millionen der 67-jährige Eigentümer unterm Strich investiert hat, will er nicht verraten - dass es wegen der 15-jährigen Planungszeit eher zu viele waren, räumt er aber ein. Die Verluste würden in der Grundstücksgesellschaft verrechnet, nicht im laufenden Geschäft, sagt Krieger. Für das zahle er ehrlich Steuern, sagt er mit kleinem Seitenhieb auf diverse Mitbewerber, die ihre Steuerlast in Deutschland kleinrechnen.

Auch bei den Mitarbeitern hat der ostdeutsche Unternehmer durchaus seine Prinzipien. Alle (außer denen zur Pflege der Grünanlagen) seien in der Muttergesellschaft beschäftigt - von den Möbelverkäufern über Lieferanten und Handwerker bis zu den Köchen und Reinigungspersonal. Von den aktuell 500 Mitarbeitern komme die Hälfte „direkt aus der Arbeitslosigkeit“ - Höffner hat mit Jobcenter und Arbeitsagentur kooperiert. Er sagt aber auch: „Viele schaffen es nicht, haben falsche Vorstellungen.“ Nach drei Jahren sei mehr als die Hälfte des Personals ausgetauscht.

Angebote zur Eröffnung

Am Donnerstag um 9 Uhr öffnet Höffner, die Zufahrt ist ausschließlich über die Opelstraße möglich. Hausleiter Klaus Reitz verspricht, dass es zahlreiche Eröffnungsangebote geben wird - welche, wolle man noch nicht verraten: „Die Konkurrenz soll sich ja nicht drauf einstellen können.“ Vier Tage lang rechnet man mit mindestens 10.000 Besuchern am Tag, geöffnet ist auch am Sonntag. Während der Eröffnungsphase gibt es ein besonderes Angebot: Weil es der einzige Höffner-Markt mit Stadtbahnanschluss ist, bekommen Kunden alle dort gekauften Artikel nach Hause geliefert - „kostenlos und am gleichen Tag“, sagt Krieger. Allerdings nicht mit dem alten Ford A1, den seine Frau ihm hat restaurieren lassen, sondern mit modernen Transportern.

Andreas Schinkel 06.11.2015
Aus der Stadt Ermittlungsbericht der Polizei - So ergaunert eine Großfamilie Luxusautos
Tobias Morchner 06.11.2015
Bärbel Hilbig 06.11.2015