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Aus der Stadt Möbelhaus schafft 500 Jobs in Hannover
Hannover Aus der Stadt Möbelhaus schafft 500 Jobs in Hannover
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22:28 21.04.2015
Von Conrad von Meding
Foto: Der Höffner-Rohbau wächst.
Der Höffner-Rohbau wächst. Quelle: Surrey
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Hannover

In Altwarmbüchen wächst der Rohbau der Möbelkette Höffner sichtbar heran – jetzt beginnt das Unternehmen mit der Suche nach Mitarbeitern. 500 neue Arbeitsplätze entstünden am Nordostrand Hannovers, teilten Höffner und die Arbeitsagentur am Dienstag mit. Doch die Ausweitung des Angebots hat auch eine Kehrseite: Experten warnen, dass Hannover schon jetzt zu viele Möbelhäuser hat. Wenn ein weiterer Anbieter hinzukommt, könnte dies das Aus für einen der bestehenden Anbieter bedeuten, heißt es etwa beim Einzelhandelsverband.

Seit Jahren hat Hannover im Großstadtvergleich die meisten Quadratmeter Möbelverkaufsfläche pro Einwohner. Woran das liegt, weiß niemand genau, begründet wird es meist mit der zentralen Lage in Norddeutschland. Fakt ist: Wer in Hannover Einrichtungsgegenstände sucht, der findet ein breites Angebot vor. Zwei Ikea-Häuser in Großburgwedel und im Expo-Park, ein komplett modernisiertes Porta-Haus in Altwarmbüchen, der erweiterte Standort von Möbel-Heinrich und dann natürlich die beiden lokalen Platzhirsche Möbel Hesse in Garbsen und der frisch erweiterte Möbel Staude in Hainholz buhlen um Kundschaft. Hinzu kommen zahlreiche weitere Ketten wie Boss, Domäne oder Rampe sowie einige Familienunternehmen wie etwa das Sofa-Loft in der Südstadt. „Wettbewerb ist gut in der Marktwirtschaft und bedeutet nicht automatisch, dass einer gehen muss“, sagt Ullrich Thiemann vom Einzelhandelsverband: „Aber was gerade in Hannover passiert, das ist schon ein harter Verdrängungswettbewerb.“

Höffner-Chef Kurt Krieger hatte wegen des gesättigten Marktes ursprünglich gar kein weiteres Möbelhaus in Hannover bauen wollen. Er hätte lieber sein neues A2-Einkaufszentrum in Altwarmbüchen noch größer angelegt. Um aber die Innenstädte vor weiterer Konkurrenz zu schützen, hat ihm die Regionalplanung einen Kompromiss abgerungen – der jetzt den Neubau des Möbelhauses mit 38 000 Quadratmetern Verkaufsfläche zur Folge hat. Eines Möbelhauses übrigens mit Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach und einer Genehmigung für 15 Landungen pro Jahr, weil der Chef zwischen den 19 Standorten des Unternehmens gerne schnell pendelt.

Doch zunächst einmal wird jetzt Personal gesucht. Im Möbelhaus werden Einrichtungsberater, Verkäufer und Monteure gesucht, aber auch Sachbearbeiter für den Kundendienst sowie Haustechniker. Die 500 Stellen mit Fachkräften zu besetzen, ist offenbar kein leichtes Unterfangen. In einer Kooperationsvereinbarung haben die Bundesagentur für Arbeit und das Jobcenter Region Hannover mit Höffner festgehalten, wie das Unternehmen an Arbeitssuchende mit der richtigen Qualifikation kommen kann. Nächste Woche wollen die Partner darüber informieren, wie die Arbeitskraftsuche funktionieren soll. Die Eröffnung des Marktes ist derzeit noch nicht genau terminiert – bislang ist stets von Ende 2015 die Rede.

Tobias Morchner 24.04.2015
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