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Aus der Stadt Mörder wollte mit gefälschter Notiz Zeit gewinnen
Hannover Aus der Stadt Mörder wollte mit gefälschter Notiz Zeit gewinnen
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00:15 16.05.2013
Von Michael Zgoll
In diesem Haus in Marienwerder wurde die 76-jährige Rentnerin Christa Haase ermordet. Quelle: Christian Behrens
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Marienwerder

Im Schwurgerichts-Prozess um den Mord an der 76-jährigen Christa Haase aus Marienwerder sind nun neue Details ans Licht gekommen. Offenbar hatte der Mörder nach der Tat Ende September 2012 versucht, Zeit zu gewinnen. Vor der Wohnungstür der Rentnerin lag ein Zettel, auf dem geschrieben stand: „Liebe Mitbewohner, zur Zeit bin ich in der Klinik und bin am 12.10.12 wieder da.“ Die unerwartete Nachricht in einer ihr unbekannten Handschrift machte eine Nachbarin stutzig; mithilfe einer anderen Nachbarin warf sie einen Blick in die Hochhauswohnung von Christa Haase. Im Badezimmer fanden die beiden Frauen die Leiche der Seniorin: Bäuchlings und nur mit Unterwäsche bekleidet in einer mit Wasser gefüllten Badewanne.

Das letzte Mal lebend gesehen wurde die 76-Jährige am Freitag, 28. September. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch erläuterte anhand von Kassenbons und Kontoauszügen sowie Sparkassenkamerabildern und Zeugenaussagen, dass die Seniorin an jenem Nachmittag noch am Stöckener Markt eingekauft hatte: Kugelschreiberminen, eine Flasche Weinbrand, Thüringer Mett und eine Rinderroulade. In der Sparkassenfiliale hob sie 150 Euro ab. Die – nicht ausgepackte – Einkaufstasche wurde später in der Wohnung gefunden, die 150 Euro tauchten nicht mehr auf. Die Nachbarinnen warfen aber erst am Sonntag, 30. September, um die Mittagszeit einen Blick in die Wohnung.

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Der Zeitpunkt des Todes der Rentnerin, so machte MHH-Rechtsmedizinerin Tanja Germerott im hannoverschen Landgericht deutlich, könne nicht exakt bestimmt werden, weil das Opfer im Wasser lag. Genauere Angaben konnte sie allerdings zu den Umständen von Christa Haases Tod machen. Die Gerichtsmedizin hatte bei ihr diverse Verletzungen festgestellt: Rippen- und Wirbelsäulenbrüche sowie Hämatome an Hals, Oberkörper und Armen. Vieles deute darauf hin, so die Sachverständige, dass das Opfer 20 bis 30 Minuten geschlagen und gewürgt worden sei, wobei der Täter mit seinen Armen oder Knien brachial auf Hals und Oberkörper der Seniorin eingewirkt habe. Ob sie letztendlich erstickt oder an Herzversagen gestorben sei, so die Medizinerin, sei nicht zu klären; Ertrinken komme als Todesursache aber nicht infrage. Auch bleibe offen, wie lange Christa Haase die Tortur wahrgenommen habe und wann sie bewusstlos geworden sei.

Auf der Anklagebank sitzt Deniz A. aus Ahlem. Der 37-Jährige hatte bis Juni 2012 im gleichen Hochhaus wie Haase – in der Großen Pranke 1 – gelebt. 1997 war er wegen eines Raubmordes in der Oststadt, bei dem er einen Mann mit einer Peitsche strangulierte, zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.

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