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Aus der Stadt Mohammed-Proteste in Hannover erwartet
Hannover Aus der Stadt Mohammed-Proteste in Hannover erwartet
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21:45 08.01.2015
Berlin/Hannover

„Satire darf und muss alles“, sagte Fischer. Der Satz kommt ihm flüssig von den Lippen, er muss ihn oft sagen. Zuletzt im Juli, als der Vatikan einen Papst-Titel der  Titanic verbieten lassen wollte.

Während Fischer in der Frankfurter Redaktion seinen Titel präsentierte, sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in Berlin einen anderen klassischen Satz: „Nicht derjenige ist der größere Freigeist, der jetzt auch noch Öl ins Feuer gießt.“ Erst das amerikanische Mohammed-Schmähvideo, dann die neuen Karikaturen im französischen Magazin „Charlie Hebdo“, jetzt die „Titanic“ mit PR-Lady und Prophet in inniger Pose – alles zusammen bietet wahrlich genug Zündstoff für erneute Unruhen. Politiker und Sicherheitsexperten befürchten, dass die Lage heute nach dem muslimischen Freitagsgebet eskalieren könnte. Der in den USA produzierte islamfeindliche Film „Die Unschuld der Muslime“ war im Internet verbreitet worden und hatte gewalttätige Proteste in mehreren islamischen Ländern ausgelöst. Dabei kamen mehrere Menschen ums Leben. Die rechtspopulistische Partei Pro Deutschland hatte angekündigt, das Video im November in einem Berliner Kino aufzuführen. Wie die Tageszeitung „Die Welt“ (Freitagsausgabe) berichtet, will die Partei versuchen, dafür Büroräume anzumieten.

In Deutschland sind mehrere Demonstrationen von empörten Muslimen angemeldet, darunter auch in Hannover und Cuxhaven. Am Freitagnachmittag ist eine Kundgebung vor dem Hauptbahnhof der Landeshauptstadt mit 40 Teilnehmern geplant. Am Sonntag wollen 400 bis 500 Muslime vom Opernplatz zum Steintor ziehen, um gegen das islamfeindliche Video zu demonstrieren. Hinweise auf geplante Störungen gebe es nicht, sagt Polizeisprecher Thorsten Schiewe. Auch die Polizei in Münster in Westfalen glaubt, dass es ruhig bleibt. Dort wollen am Freitagnachmittag knapp 1000 Menschen vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt ziehen. Der Anmelder kommt aus dem Umfeld einer Moschee in Münster-Hiltrup. Hier soll es in der Vergangenheit Kontakte zur radikalislamischen Hisbollah gegeben haben, die aktuell jedoch nicht mehr bestünden. „Wir können nicht ausschließen, dass es zu Provokationen Einzelner kommt“, sagte der Polizeisprecher, „aber wir sind vorbereitet.“

Im badischen Freiburg wollen am Freitag 800 Menschen gegen das Video auf die Straße gehen. In Dortmund werden am Samstag bis zu 1000 Muslime „gegen die Beleidigung unseres Propheten“ protestieren, die gleiche Zahl erwarten die Anmelder einer Kundgebung in Karlsruhe für Sonntag.

Ali Kizilkaya, Vorsitzender des Koordinierungsrates der Muslime, rief zur Besonnenheit auf. Gegenüber der HAZ sagte er: „Der Film ist eine eindeutige Beleidigung, er ist verletzend und verhetzend und nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Dennoch sollten die Menschen ihre Missbilligung nur mit friedlichen und demokratischen Mitteln zum Ausdruck bringen.“ Kizilkaya verwies auf die dänischen Mohammed-Karikaturen, die 2005 zu weltweiten Unruhen führten. „Die deutschen Muslime haben eine gute Tradition: Damals haben wir besonnen reagiert. Ich hoffe und erwarte, dass das auch diesmal der Fall sein wird.“

Die Karikaturen in „Charlie Hebdo“ und „Titanic“ lehnt Kizilkaya ab. Die Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt habe „Züge einer Kampagne“. „Freiheit bedeutet auch Verantwortung. Dessen sollten sich auch die Medien bewusst sein“, sagte Kizilkaya und nannte die Veröffentlichungen „eine traurige Situation“. Er hoffe, „dass wir zu einer Kultur des Respekts gegenüber religiösen Gefühlen zurückfinden“.

Im oberfränkischen Kloster Banz äußerte sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer zum Mohammed-Video. Seine Sätze dürften Kizilkaya gefreut haben. Der CSU-Chef sagte, der Staat müsse „Flagge zeigen“ und die Vorführung des Mohammed-Videos in Deutschland verbieten. Die Freiheit der Kunst erlaube nicht alles.

In Berlin hielt sich neben dem Auswärtigen Amt auch das Innenministerium an die Lehre vom Öl und dem Feuer. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) ließ die Kampagne „Vermisst“ kurzfristig stoppen, mit der Jugendliche von einer islamistischen Radikalisierung abgehalten werden sollten. Die Plakate ähneln Vermisstenanzeigen. Unter Fotos von Jugendlichen mit türkischen oder arabischen Namen stehen Texte wie: „Das ist unser Sohn. Wir vermissen ihn, denn wir erkennen ihn nicht wieder. Wir haben Angst, ihn ganz zu verlieren an religiöse Fanatiker und Terrorgruppen.“ Die Kampagne stelle Muslime unter Generalverdacht, hatten Islamverbände kritisiert. Kizilkaya forderte gestern, dass Friedrich die verschobene Aktion nun ganz einstellen solle.

Eingestellt wird am Freitag auch die Arbeit in den deutschen Auslandsvertretungen in der arabischen Welt. Nachdem Frankreich angekündigt hatte, dass wegen der Zeichnungen in „Charlie Hebdo“ 20 Vertretungen des Landes schließen würden, zog Außenminister Westerwelle gestern nach. „Ich schließe nicht aus, dass zusätzlich zu den am morgigen islamischen Feiertag ohnehin geschlossenen Botschaften weitere deutsche Botschaften in der islamischen Welt geschlossen bleiben“, sagte er.

Überall in der Region werden nun die Sicherheitsvorkehrungen verschärft und teilweise wird auch das Sicherheitspersonal verstärkt.

Jan Sternberg

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