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Aus der Stadt Müllgebühren sollen massiv steigen
Hannover Aus der Stadt Müllgebühren sollen massiv steigen
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22:13 27.10.2011
Von Mathias Klein
aha: Müllgebühren steigen.
aha: Müllgebühren steigen wegen neuer Gesetze. Quelle: Frank Wilde (Archivbild)
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Hannover

Zudem sollen Wohnungsgesellschaften demnächst den Müll aller Mieterhaushalte von Privatfirmen abholen lassen können – der kommunale Entsorger sieht drohende Einnahmeausfälle von bis zu 20 Millionen Euro. Während etwa der Immobilienbesitzerverein Haus- und Grundeigentum die Neuregelung begrüßt, warnt aha vor Rosinenpickerei – der Gebührenzahler müsse den Rückgang von Einnahmen ausgleichen.

Experten rechnen damit, dass die Privatunternehmen nur Wertstoffe wie Papier oder Metalle sammeln wollen, die sie anschließend mit hohem Gewinn verkaufen könnten. Erwartet wird vor allem ein Konflikt ums Altpapier, der in erster Linie in Ballungsgebieten wie der Region Hannover entstehen dürfte. Bereits vor einigen Jahren hatten sich mehrere Privatunternehmen mit aha um das Altpapier regelrecht gestritten. Allein beim Altpapier würden aha Einnahmen von sechs Millionen Euro jährlich entgehen, heißt es im Unternehmen. Geld, mit dem bislang nach Angaben des Unternehmens die Gebühren stabil gehalten werden.

Die Chefin des Abfallwirtschaftsbetriebes aha, Kornelia Hülter, rechnet vor, dass durch das neue Gesetz die Kundschaft in ganzen Wohnvierteln wegbrechen könnte. Wenn die 30 größten Vermieter in der Landeshauptstadt und im Umland den Müll nicht mehr von aha abholen lassen, würden 20 Millionen Euro im Jahresetat von aha in Höhe von 170 Millionen Euro fehlen. Insgesamt befürchtet Hülter den Verlust von 1000 der 1600 Arbeitsplätze in ihrem Unternehmen. Das kommunale Unternehmen ist auch für die Straßenreinigung in der Landeshauptstadt zuständig.

Der hannoversche FDP-Bundestagsabgeordnete Patrick Döring wollte sich auf die Frage zu einer möglichen Gebührenerhöhung durch das neue Gesetz nicht festlegen. „Wenn sich etwas verändert, verändert sich etwas“, sagt er und warnt vor „Panikmache“. Bislang wisse niemand, wie viele Unternehmen auf dem Markt überhaupt aktiv werden würden.

Auch der Immobilienverein Haus- und Grundeigentum erwartet durch das Gesetz eher einen Rückgang der Gebühren. „Wenn wir bei der Abfallentsorgung einen Wettbewerb bekommen, dann haben wir hier auch nicht mehr diese unglaublich hohen Gebühren“, sagt der Vorsitzende von Haus- und Grundeigentum, Rainer Beckmann. Ohnehin könnte der Schaden für aha zunächst gering ausfallen. Weil das Unternehmen bereits Papier regelmäßig sammelt, dürfte der im Gesetz vorgesehene Bestandsschutz greifen. Ähnlich sieht es bei der Wertstofftonne aus, die – ganz geschickt – als großflächiger Modellversuch bereits im Osten und im Westen der Region angeboten wird.

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