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Aus der Stadt Musiklehrer protestieren gegen Stundenkürzungen
Hannover Aus der Stadt Musiklehrer protestieren gegen Stundenkürzungen
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00:16 22.05.2015
Von Saskia Döhner
Musiklehrer haben am Dienstag vor der Staatskanzlei gegen geplante Stundenkürzungen protestiert. Quelle: Thomas
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Hannover

Die Musiklehrer übergaben eine Online-Petition mit rund 15.000 Unterschriften an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Im Zuge der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren an den Gymnasien werde Musik in den Jahrgängen 8 bis 10 nur noch einstündig unterrichtet, kritisierte Hartmut Geiling vom Verband Deutscher Schulmusiker. Besonders bedauerlich sei es, dass für die Fächer Kunst, Musik und Darstellendes Spiel im 11. Jahrgang nur zwei Stunden vorgesehen seien.

Mit Posaunen und Trompeten haben rund 150 Musik-, Kunst und Theaterlehrer aus ganz Niedersachsen am Dienstagnachmittag bei einer Protestaktion vor der Staatskanzlei ihrem Unmut über Stundenkürzungen Luft gemacht.

Dabei falle genau in dieser Zeit die Entscheidung für die Abiturfächer. Die Kunst- und Musiklehrer sehen wenig Chancen, dass die Landesregierung von ihrer Haltung abweicht. Auch Weil habe das Argument von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) wiederholt, dass kein Fach bei der Umstellung von G8 auf G9 eine Stunde verliere. "Kunst und Musik werden zu echten Nebenfächern degradiert, die Naturwissenschaften werden gestärkt", sagte Lehrer Daniel Simons von der Integrierten Gesamtschule Roderbruch. Das sei eine asymmetrische Fächerverschiebung.  "Das ist die Absage an den kulturellen Musikunterricht", findet Geiling.  

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Der Widerstand gegen die Stundenkürzungen wächst. Zu den Unterzeichnern der Online-Petition gehören auch Prominente wie Rudolf Schenker von den Scorpions, oder Oskar Negt. "Wir werden weiter kämpfen", sagte Simons, "von ein paar freundlichen Worten oder davon, dass Herr Weil sich die Petition entgegengenommen hat, lassen wir uns nicht abhalten." Die Lehrer setzen jetzt ihre Hoffnung auf Unterstützung durch die Landtagsabgeordneten oder der Eltern.

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