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Aus der Stadt Mutmaßlicher Doppelmörder ab 16. Oktober vor Gericht
Hannover Aus der Stadt Mutmaßlicher Doppelmörder ab 16. Oktober vor Gericht
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17:38 29.09.2017
Adelheidstraße in der Südstadt: In dieser Straße wurde Melissa S. geötet. In Kleefeld starb ein 23-Jähriger.
Adelheidstraße in der Südstadt: In dieser Straße wurde Melissa S. geötet. In Kleefeld starb ein 23-Jähriger. Quelle: Schaarschmidt/Elsner
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Hannover

Nach dem Doppelmord von Hannover im April dieses Jahres soll der tatverdächtige 25-Jährige in die Psychiatrie eingewiesen werden. Das entsprechende Gerichtsverfahren startet am 16. Oktober, teilte das Landgericht Hannover am Freitag mit. Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, dass der Mann aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung in wahnhafter Verkennung der Realität gehandelt habe. Statt in einem Gefängnis solle der Angeklagte deshalb in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden.

Laut Anklage war Mullham D. der 27-jährigen Melissa S. am Karsonnabend von der Stadtbahnhaltestelle Schlägerstraße bis kurz vor ihre Wohnung Am Jungfernplan gefolgt. Rund 150 Meter vor ihrem Zuhause griff D. die junge Frau, die er zuvor noch nie gesehen hatte, unvermittelt mit einem Messer an. 22-mal stach der gebürtige Syrer, der 2014 mit einem Studentenvisum nach Hannover gekommen war, auf sein Opfer ein.

Ein 25 Jahre alter Syrer soll nicht nur einen Bekannten in Kleefeld, sondern auch drei Tage zuvor die 27-jährige Melissa S. erstochen haben.

Drei Tage später geriet Mullham D. in Kleefeld in der Nähe des Studentenwohnheims, in dem er wohnte, mit seinem Freund Yahia A. in Streit. Die Auseinandersetzung eskalierte. Mullham D. tötete seinen Landsmann mit vier Messerstichen. D. wurde kurz darauf im Wohnheim festgenommen, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Laut einem Gutachter hörte der Mann regelmäßig Stimmen und fühlt sich verfolgt. Das Gefühl, beobachtet und verfolgt zu werden, sei der Grund gewesen, warum er ständig ein Messer bei sich trug.

In dem Verfahren vor dem Landgericht muss zunächst mit Sicherheit geklärt werden, ob der 25-Jährige die beiden Taten auch begangen hat. Legt er kein Geständnis ab, erfolgt eine Beweisaufnahme. Anschließend muss das Gericht entscheiden, ob der Syrer tatsächlich für die Allgemeinheit gefährlich ist und so lange in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wird, bis er als geheilt gilt.

Das sind die bekanntesten ungelösten Kriminalfälle der letzten sechs Jahre in Hannover.

tm/dpa/frs