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Aus der Stadt Mutter zeigt falschen Handy-Diebstahl an
Hannover Aus der Stadt Mutter zeigt falschen Handy-Diebstahl an
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00:29 22.01.2015
Von Michael Zgoll
Gestohlenes iPhone: Der Spezialversicherer überweis 383 Euro für das verschwundene Gerät. Quelle: dpa
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Hannover

Eine Mutter wollte ihrem Sohn nach dem Diebstahl eines Handys, das sie gekauft und das er von ihr übernommen hatte, zur Seite springen. Sie hatte Angst, dass die Versicherung den Verlust nicht ersetzt; deshalb gab sie an, dass das iPhone ihr persönlich gestohlen worden sei. Tatsächlich überwies ihr der Spezialversicherer Wertgarantie 383 Euro für das verschwundene Gerät. Als herauskam, dass nicht die 54-Jährige bestohlen worden war, sondern der Sohn, erstattete das Unternehmen Anzeige wegen Versicherungsbetrugs. Wenig später folgte vom Amtsgericht Hannover ein Strafbefehl über 500 Euro, die die Laatzenerin aber nicht zahlen wollte.

Aufgrund ihres Einspruchs kam es zu einem Gerichtstermin, der ein kurioses Detail zutage förderte. Die Mutter hätte gar keinen Betrugsversuch unternehmen müssen, weil das Telefon eh versichert war - unabhängig vom Besitzer.

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Unnötig falsche Angaben

Wertgarantie bietet Reparaturkostenversicherungen ebenso wie Handy-, Kamera- oder Fahrradversicherungen an. Wie eine Mitarbeiterin vor Gericht sagte, sei im Fall des im Herbst 2012 verschwundenen iPhones das Gerät selbst versichert gewesen. Demnach war also nicht wichtig, ob der heute 28 Jahre alte Student oder seine Mutter das Telefon nutzten. Voraussetzung für das Begleichen eines Schadens sei allerdings, so die Versicherungsexpertin, dass ein Gerät tatsächlich gestohlen wurde; ein fahrlässiges Liegenlassen etwa führe dazu, dass Wertgarantie nicht für den Schaden aufkommen müsse.

Auch wenn die Mutter völlig unnötig falsche Angaben machte - Fakt ist, dass sie log, als sie den Diebstahl bei der Polizei anzeigte. Eine als Zeugin vorgeladene Beamtin wusste zudem zu berichten, dass die Laatzenerin in den vergangenen Jahren auffällig viele Eigentumsdelikte gemeldet hatte. Darunter waren sechs Fahrraddiebstähle in fünf Jahren. Auch seien bei Wertgarantie insgesamt drei Mobiltelefone der Familie versichert gewesen. In der Vergangenheit gab es bereits mehrere Betrugsverfahren gegen die 54-Jährige, die aber meist eingestellt wurden.

Amtsrichter Koray Freudenberg wies die Angeklagte darauf hin, dass sie sich mit ihren Falschaussage bei der Polizei des Vortäuschens einer Straftat schuldig gemacht habe. Da der Richter aber - im Einklang mit der Staatsanwaltschaft - davon ausging, dass es sich um einen Versuch handelte, war er bereit, das Verfahren einzustellen. Einzige Auflage: Die Mutter muss an die Landeskasse 200 Euro Geldbuße zahlen.

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