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Aus der Stadt Nach Coupon-Betrug: Geschädigte können Geld zurückfordern
Hannover Aus der Stadt Nach Coupon-Betrug: Geschädigte können Geld zurückfordern
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00:15 20.08.2017
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Ein Mitglied einer Bande, die 3334 Schnäppchenjäger mit Coupon-Käufen lockte, aber außer heißer Luft nichts zu bieten hatte, ist am Mittwoch am Landgericht zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Die 4. Große Strafkammer unter Vorsitz von Monika Thiele stützte sich in ihrem Urteil auf ein Geständnis, das der 27-jährige Hebat B. aufgrund eines Deals abgelegt hatte. Der zweifache Vater, der seit drei Jahren einer geregelten Tätigkeit nachgeht, zeigte sich reumütig und geläutert.

Die Geschädigten hatten 2014 im Internet unter Adressen wie Coupondeal.tv auf Angebote reagiert, Gutscheine namhafter Firmen wie Aral, Zalando oder Rewe für den halben Preis ihres tatsächlichen Werts zu kaufen. B.s Verteidiger Matthias Steppuhn nannte dies am Mittwoch„grob fahrlässig“: „Die Kunden handelten nach dem Motto ,Gier frisst Hirn’ und tragen eine gewisse Mitschuld.“ Auch wies der Anwalt darauf hin, dass sein Mandant letztlich nur 1500 Euro aus der Beute kassiert hatte.

Erst 4300 Euro zurückgezahlt

Den Großteil der rund 117.000 Euro, die auf einem Bankkonto der Betrüger aufliefen, konnten die Ermittler sicherstellen. Jedoch sind bislang erst 4300 Euro an Geschädigte ausgezahlt worden. Die übrigen gut 112.000 Euro werden drei Jahre bei der Staatsanwaltschaft Hannover geparkt. „Wer sich bei uns meldet“, sagte Oberstaatsanwalt Uwe Görlich, „bekommt sein Geld ganz schnell zurück.“ Was übrig bleibt, kommt der Landeskasse zugute.

Mit diesem Prozess ist die Strafverfolgung gegen die Coupon-Betrüger, gegen die schon seit 2009 ermittelt wird, aber noch nicht beendet. Ein Verfahren gegen B. am Amtsgericht Neustadt wird wahrscheinlich eingestellt, doch könnte er dort zur Rückzahlung von 32.000 Euro verdonnert werden. Und auf vier weitere Bandenmitglieder wartet noch ein Prozess am Landgericht Hildesheim - hier fallen die Strafen eventuell deutlich höher aus als in Hannover.