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Aus der Stadt Angeklagter Polizist kann mit Freispruch rechnen
Hannover Aus der Stadt Angeklagter Polizist kann mit Freispruch rechnen
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00:31 07.07.2014
Von Michael Zgoll
landgericht-hannover. Christian Elsner
Quelle: Symbolfoto
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Hannover

„Polizist als Brandstifter verdächtigt“, „Polizist vom Dienst suspendiert“ – so lauteten im Dezember 2012 die Schlagzeilen über ein Feuer in Neustadt am Rübenberge. Vor dem Haus eines Kommissars waren in einer Nacht Garage, Carport und Mitsubishi in Flammen aufgegangen. Die Ermittler fanden eine verkohlte Flasche Brennpaste mit den Buchstaben „ACAB“, das steht für „All Cops Are Bastards“. Schnell geriet der Beamte in Verdacht, sein eigenes Anwesen in Brand gesteckt zu haben. Seit gestern nun muss er sich vor dem Landgericht Hannover wegen Brandstiftung verantworten. Doch am Ende des ersten Verhandlungstages signalisierte Frank Rosenow, Vorsitzender Richter der 2. Großen Strafkammer, dass der 47-Jährige mit einem Freispruch rechnen kann.

Wenige Tage vor dem Feuer am Anwesen des Polizisten hatte es im Neustädter Ortsteil Poggenhagen einen anderen Vorfall gegeben: Der Mercedes des Leiters des Kommissariats Neustadt war mit Brennpaste beschmiert worden. Dort war kein Feuer ausgebrochen, aber auch dort hatte man eine Flasche mit der Signatur „ACAB“ entdeckt. Der Angeklagte war damals ins Visier der Ermittler geraten, weil er widersprüchliche Angaben machte. So hatte er zunächst bestritten, in einem Neustädter Warenhaus eine Tube Brennpaste gekauft zu haben, war aber von einer Kamera gefilmt worden. Später sagte er aus, dass er die Paste für das heimische Weihnachtsfondue gekauft habe; als ihm eingefallen sei, dass die Familie ein Elektro-Fondueset besitze, habe er die Dose weggeworfen.

Die Ermittler forschten allerdings nur in einer sehr begrenzten Zahl von Supermärkten nach, wer in der Vorweihnachtszeit ebenfalls gleichartige Brennpasten erworben hatte. Auch andere Indizien entpuppten sich gestern als dünn; die Ortungsdaten des Mobiltelefons des Kommissars waren ebenso wenig aussagekräftig wie die Erkenntnis, dass er an den Tattagen freihatte. Auch stellte Richter Rosenow fest, dass Untersuchungen zur DNA und zu den Fingerabdrücken ergebnislos verlaufen seien. Die finanziellen Verhältnisse des Beamten sind offenbar solide, ein Selbstmordversuch – der auf eine psychische Instabilität hindeuten könnte – liegt schon zehn Jahre zurück.

Der Angeklagte hat die ihm zur Last gelegten Taten stets bestritten. Nach Auskunft seines Verteidigers Raban Funk ist er derzeit zwar vom Polizeidienst suspendiert, ein Disziplinarverfahren wurde aber nicht eingeleitet. „Man hat sich vorschnell auf meinen Mandanten eingeschossen“, sagt Funk, „hat jedoch andere Ermittlungsansätze, die es bereits gab, nicht mehr konsequent verfolgt.“ So hatte die Polizei zunächst zwei junge Männer in Verdacht, von denen einer zur linksautonomen Szene zählte.

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