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Aus der Stadt Nach dem Chaos kehrt langsam die Normalität zurück
Hannover Aus der Stadt Nach dem Chaos kehrt langsam die Normalität zurück
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13:16 07.10.2017
Hauptbahnhof Hannover: Noch immer Schlangen vor dem Infoschalter, aber kürzer als an den Vortagen. Quelle: Heidrich
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Hannover

Auch am Sonnabendvormittag bildeten sich wieder Schlangen vor dem Infoschalter der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof Hannover. Doch von den teils chaotischen Zuständen am Donnerstag und Freitag ist die Situation am Tag 2 nach "Xavier" weit entfernt. Am Freitag hatten die Wartenden teilweise bis Gleis 7 gestanden, um nach Stunden irgendwann Informationen über Zugausfälle und Verspätungen zu bekommen. 

Ganz hinten in der Schlange, die am Sonnabend immerhin schon deutlich kürzer geworden ist, haben sich Kristin Hülpüsch und Jannik Ruwisch eingereiht. Sie wollen für einen Geburtstag nach Bremen fahren, doch ihr Zug fällt - wie so viele andere an diesem Tag auch - aus. "Jetzt schaffen wir es wahrscheinlich nicht mehr, aber es gibt auch viel schlimmere Fälle", sagt Hülpüsch. Ihr Freund ergänzt: "Zum Glück mussten wir nicht gestern fahren."

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Gleich nach dem Sturm beginnt das Aufräumen: Auch Am Tag nachdem "Xavier" über Norddeutschland getobt ist, sind noch überall die Spuren der Verwüstung zu sehen. 

Familie Strodt hofft auf einen Ersatzbus, die drei wollen heute ein Auto in Wolfsburg abholen. Mutter Annemarie Strodt ist genervt, dass der Zug ausfällt, aber auch zuversichtlich, dass sie es schaffen. "Wir wollen ja nur nach Wolfsburg", sagt sie.

Einen weiteren Weg hat Stefan Mulder noch vor sich: Der 26-Jährige will am Sonnabend nach Hause in die Niederlande reisen. Von Göttingen, wo er Freunde besucht hatte, ist er am Morgen immerhin schon bis nach Hannover gekommen. Eigentlich wollte er die Heimreise schon am Freitagabend antreten - bei den massiven Problemen der Bahn hat er es dann aber gar nicht erst versucht. "Jetzt möchte ich aber schon gern nach Hause", sagt er. Wann es klappt? Das ist derzeit noch ungewiss.

Entschädigung

Zugausfall wegen "Xavier":  Das sind Ihre Rechte.

Denn auch am Sonnabendvormittag konnte die Deutsche Bahn noch nicht sagen, wann die gesperrten Strecken wieder freigegeben werden. „Das Problem ist, dass Bäume teilweise durch das nasse Erdreich nachkippen und wir dadurch erneut mit der Kettensäge ranmüssen. Wir arbeiten mit Hochdruck, aber es gibt Unwägbarkeiten. Darum ist eine genaue Prognose leider derzeit noch nicht möglich“, sagte die Sprecherin am Sonnabendmorgen.

Wegen der Zugausfälle hat die Bahn die Gültigkeit der Fahrscheine verlängert. Alle Tickets für die betroffenen Verbindungen können nun bis 15. Oktober genutzt werden. Das gelte auch für Fahrkarten mit Zugbindung, teilte das Unternehmen mit.  Fahrgäste sollen sich auf bahn.de informieren, ob ihr Zug fährt oder nicht.

Rückblick: "Xavier" fegte Anfang Oktober über die Region Hannover hinweg. So haben HAZ-Leser das Sturmtief erlebt. 

Von Johanna Stein (mit: frs/dpa)

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