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Aus der Stadt Nach dem Schnee: Hannovers Straßen starren vor Schmutz
Hannover Aus der Stadt Nach dem Schnee: Hannovers Straßen starren vor Schmutz
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20:03 10.01.2011
Glasflaschen, Müll und Reste aus der Silvesternacht: So schmutzig wie hier am Küchengartenplatz in Linden sieht es vielerorts in der Stadt aus. Quelle: Rainer Surrey
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Haufenweise Splitt, Reste von Silvesterfeuerwerk und Glasscherben haben sich an den Straßenrändern und auf den Gehwegen in ganz Hannover angesammelt. Viele Bürger reagieren verärgert über den Dreck und fordern eine schnelle Beseitigung des Mülls. „Die Reste der Silvesterraketen und Böller sind besonders schlimm“, sagt Christine Luigitsch aus der Nordstadt und hebt ihren Fuß über einen Haufen durchweichter Silvesterböller, die entfernt an Fäkalien erinnern. Am Engelbosteler Damm schimpft Mirella Staszewuska über das Gemisch aus Splitt, Glasscherben und Hundehaufen, das den Bürgersteig bedeckt: „Das ist so eklig, man weiß gar nicht, wo man noch gehen soll.“

Bei der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) bleibt man gelassen. In weniger als einer Woche seien alle Straßen, Wege und Plätze, für die aha zuständig ist, gereinigt. Dabei gehen die Abfallräumer nach ihrem gewohnten Reinigungsplan vor: „Die Straßen, die mehrmals in der Woche oder sogar am Tage gesäubert werden, haben Priorität“, sagt eine aha-Sprecherin. Dazu zähle etwa die Innenstadt oder belebte Straßen mit vielen Geschäften. Reine Wohngebiete, wo ohnehin seltener gesäubert wird, kämen später dran. Drei Straßen muss aha derzeit ohnehin auslassen: Tannenbergallee, Friesenstraße und Noltestraße, da dort Winterschäden behoben und die Fahrbahndecke erneuert wird. „Dort kommen wir wegen der Baustellen mit unseren Fahrzeugen gar nicht hinein“, sagt die aha-Sprecherin.

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Stein des Anstoßes ist für viele Hannoveraner auch der Splitt, der vom Schneewetter übrig geblieben ist. „Die kleinen Steinchen stecken im Profil der Schuhe, man schleppt sie in die Wohnungen, wo sie dann das Parkett ruinieren“, beschwert sich Helmut Kremer aus der Nordstadt. Auch für Eltern von kleinen Kindern ist der Splitt ein Ärgernis: „Was wir an den Füßen ins Haus tragen, stecken sich die Krabbelkinder in den Mund“, sagt Michaela Schäfer aus der List.

aha will den Steinchenteppich erst einmal auf den Straßen lassen, zum Schutz vor Glätte, falls die Temperaturen wieder sinken sollten. Hauseigentümern bleibe es aber unbenommen, den Splitt vor ihrer Haustür zu kehren. „Der Kehricht gehört dann in den Hausmüll“, heißt es aus dem Unternehmen. Schon jetzt sorgt sich die Stadtentwässerung Hannover, dass die Gullys verstopfen. „Viele Eigentümer fegen die Steinchen einfach in den nächsten Abfluss“, sagt Helmut Lemke von der Stadtentwässerung. Erst kürzlich habe man mehrere Abflüsse von Eisresten, Steinchen und Blättern befreien müssen.

Glascontainer quellen über: Etliche Glascontainer in Hannover sind derzeit überfüllt, etwa an der Schaumburgstraße in Herrenhausen, aber auch am Lister Moltekeplatz und an der Isernhagener Straße. Manche Hannoveraner haben ihre Tüten mit Glasflaschen einfach neben den Containern abgeladen. „Immerhin wurden die Flaschen in den Tüten farblich den richtigen Behältern zugeordnet“, sagt Margret Heinicke aus der List schmunzelnd. Dennoch befürchtet sie, dass die Halde mit Glasresten bald auf die Fahrbahn der Isernhagener Straße ragt. Die Firma Rhenus, die für die Altglasabfuhr zuständig ist, bittet um Verständnis. „Aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse ist es bei der Leerung zu Verzögerungen gekommen“, sagt eine Unternehmenssprecherin.

Insbesondere enge Straßen konnten wegen der Schneemassen zeitweilig nicht angefahren werden. Erschwerend kam hinzu, dass die Hannoveraner in der Silversternacht kräftig gefeiert haben. „Das Glasaufkommen war höher als gewöhnlich“, sagt die Sprecherin. In den kommenden Tagen aber wolle man die Strecken abfahren und die Container leeren.

Sophie Hilgenstock
 und Andreas Schinkel